Laktat im Blut messen: Wie und Warum?

Ob Laktatmessung etwas ist, das dich weiterbringt, erfährst du genau hier
Laktat im Blut messen

Laktat im Blut messen – wie und warum? Laktat gilt als das Salz der Milchsäure. Es entsteht im Körper immer dann vermehrt, wenn du eine hohe Trainingsintensität an den Tag legst. Wenn du deinen Laktatgehalt im Blut misst, kannst du daraus Schlüsse auf deine Ausdauerleistungsfähigkeit ziehen. Außerdem kannst du dein Training besser steuern, wenn du deinen Laktatgehalt kennst.

Laktat im Blut messen: Wie und Warum?

So kannst du sinnlose Überlastungen vermeiden, die zur Übersäuerung der Muskeln und Muskelkater führen, ja, sogar dein Immunsystem schwächen und deine allgemeine Leistungsfähigkeit reduzieren können. Wie entsteht Laktat im Blut? Um die konkreten Zusammenhänge zu verstehen, musst du aber erst einmal wissen, wie Laktat entsteht. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um ein Stoffwechselprodukt. Dieses entsteht bei der Verbrennung von Kohlenhydraten ohne Sauerstoff. Das ist vor allem bei hoher Trainingsintensität der Fall. Dann kommt es zur sogenannten anaeroben Energiegewinnung. Die führt zur Übersäuerung der im Training beanspruchten Muskeln. Langfristig führt das zu Ermüdungserscheinungen und sogar Belastungsschmerzen sowie eingeschränkter Bewegungsfähigkeit.

Wenn du statt auf Leistung auf Ausdauer trainierst, steht den Kohlenhydraten bei der Verbrennung Sauerstoff zur Verfügung. Man spricht dann von der aeroben Energiegewinnung. Laktat fällt bei diesem Training also nicht an bzw. wird der Stoff von den Muskeln wieder abgebaut, sodass der Gehalt im Blut konstant bleibt.

Die Bildung von Laktat steigt exponentiell an, die Herzfrequenz bei höheren Laufgeschwindigkeiten dagegen linear. Das heißt, dass der Laktatgehalt bei starker Trainingsintensität nahezu explodiert. Deshalb solltest du dein Training über die Laktatmessung steuern, statt dich auf Herzfrequenz und Pulsuhr zu verlassen.

Laktat im Blut messen: Weitere Ursachen für erhöhte Werte

Außerdem können Bakterien in deinem Körper Laktat bilden. Der Gehalt kann also bei vorliegenden Infektionen ebenfalls höher ausfallen. Dies gilt genauso für den Laktatgehalt in der Rückenmarksflüssigkeit, dem Liquor. Zusätzlich wird der Stoff von den Gehirnzellen gebildet. Hast du Gehirnverletzungen oder –erkrankungen, so kann sich der Laktatwert im Liquor ebenfalls erhöhen. Du solltest deshalb zunächst alle körperlichen Ursachen bzw. krankhaften Veränderungen, die die Laktatkonzentration erhöhen können, ausschließen, bevor du die Messung vornehmen lässt.

Der Laktatwert steht zudem in engem Zusammenhang mit dem Zuckerstoffwechsel. Deshalb kann es auch bei Diabetikern zu erhöhten Konzentrationen kommen, wenn Stoffwechselentgleisungen vorliegen. Zusätzlich können Gewebeschäden den Laktatspiegel ansteigen lassen, wenn die Sauerstoffzufuhr nicht mehr gewährleistet ist. Häufig kommt dies bei der Lungenembolie, einer Herzschwäche oder dem Kreislaufzusammenbruch vor.

Welcher Laktatwert ist normal?

Der Laktatwert wird in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben. Im Blutplasma beträgt der Normwert etwa 0,5 bis 2,2 mmol/l. In der Rückenmarksflüssigkeit liegt er bei 1,1 bis 2,4 mmol/l. Allerdings solltest du dich im Sport nicht auf diese verallgemeinerten Normwerte verlassen, sondern individuelle Werte für dich selbst ermitteln.

Wie wird der Laktatgehalt im Blut gemessen?

Wie aber solltest du nun den Laktatgehalt im Blut ermitteln? Im Handel findest du verschiedene Testgeräte für den Selbsttest. Die eignen sich allerdings nur für Hobbysportler. Versierte Sportler sind dagegen mit dem Mehrstufentest beim Sportmediziner besser beraten.

In Absprache mit dem Arzt läufst du im Freien oder auf dem Laufband und steigerst dein Tempo allmählich. Zwischendurch werden die Laktatwerte vom Arzt immer wieder gemessen. Gleichzeitig findet ein Pulscheck statt. Dadurch kannst du deine individuelle Belastungsgrenze bestimmen, schaffst es durch die Pulsfrequenzmessung aber auch, bei Bedarf im aeroben Bereich des Ausdauertrainings zu bleiben.

Lohnt sich die Laktatmessung überhaupt?

Vielfach stellt sich die Frage, ob sich der Mehrstufentest zur Bestimmung des Laktatgehalts im Blut überhaupt lohnt, schlägt er doch mit teilweise mehr als 200 Euro zu Buche. Die Frage muss aber mit Ja beantwortet werden. Die Übersäuerung der Muskeln geht einher mit Schmerzen und einer Einschränkung der Bewegungsfähigkeit, es treten vermehrt Ermüdungserscheinungen auf. Gerade wenn du zu den Laufanfängern gehörst, kannst du aber diese Signale deines Körpers oft noch nicht richtig deuten, sodass dir erst die Laktatmessung Aufschluss bietet. Zusätzlich müssen Ermüdungserscheinungen nicht zwingend durch das Laktat ausgelöst werden, du kannst auch durch eine falsche Lauftechnik daran leiden.

Was du für den Laktattest beachten solltest

Ob du den Laktattest beim Laufen im Freien oder auf dem Laufband durchführst, bleibt dir überlassen. Beide Varianten haben Vor-, aber auch Nachteile. Beim Laufen im Freien musst du auf eine neutrale Wetterlage warten. Tests bei sehr kalten oder heißen Temperaturen eignen sich nicht, da diese den Körper unterschiedlich stark fordern und die Messergebnisse verfälschen können. Beim Test auf dem Laufband solltest du beachten, dass es nur einen geringen Bodenwiderstand bildet. Das heißt, du kannst auch bei höheren Geschwindigkeiten noch ein aerobes Ausdauertraining absolvieren. Im Freien ist das nicht der Fall.

Damit die Ergebnisse der Laktatmessung aussagekräftig sind, solltest du am Tag vor dem Test möglichst wenig trainieren. Außerdem solltest du auf kohlenhydratreiche Mahlzeiten achten. Dadurch werden deine Glykogenspeicher aufgefüllt. Verzichtet du auf die Kohlenhydrate, bildet sich durch die wenig gefüllten Glykogenspeicher auch bei hoher Trainingsintensität nur wenig Laktat im Blut. In diesem Fall käme es zu verfälschten Ergebnissen.

 

 

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