Worin unterscheidet sich Functional Training von anderen Trainingsformen?

Gibt es sie wirklich, die alltagsnahen Trainingsübungen?
Worin unterscheidet sich Functional Training von anderen Trainingsformen?

Worin unterscheidet sich Functional Training von anderen Trainingsformen? Functional Training wird sinngemäß als „zweckmäßige Leibesübungen“ übersetzt und bekommt auch in Deutschland immer mehr Aufmerksamkeit. Das Functional Training ist in aller Munde und zählt mittlerweile zu den populärsten Fitnesstrends.

Was genau ist denn Functional Training überhaupt?

Diese praktische Trainingsmethode kommt schon lange im Leistungs- und Ausdauersport zum Einsatz. Bei dieser Trainingsform steht für dich nicht die rohe Muskelkraft im Vordergrund, sondern vielmehr deine Leistungsfähigkeit zu steigern und dabei das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten. Und dort liegt schon der Unterschied zu den herkömmlichen Trainingsmethoden. Isoliertes Training für einzelne Muskelgruppen sieht das Functional Training nicht vor. Auch Trainingsgeräte, die dir die Bewegungen vorgeben wirst du bei dieser Trainingsform nicht finden. Übst du die Bewegungsabläufe an einer Maschine, übernimmt diese auch die Stabilisierung für dich. Beim funktionellen Training schulst du die Eigenwahrnehmung und trainierst gezielt an deinem Gleichgewichtsvermögen, während du beispielsweise gleichzeitig mit einer anderen Gelenkaktion einen Widerstand überwindest. Das macht nicht nur fit für das weitere Training (auch Wettkampftraining), sondern du profitierst auch im Alltag von einem wesentlich stärkeren und ganzheitlich trainierten Körper.

Was sieht das Training vor?

Beim Functional-Training wird dein gesamter Körper stabilisiert, indem der Muskelapparat, Sehnen, Gelenke sowie die Muskelansätze für weitere sportliche Belastungen oder alltägliche Aktivitäten fit gemacht werden. Du merkst bereits: Es kommt hierbei nicht darauf an, nur oberflächliche Muskeln aufzupumpen. Dem Rumpf wird bei dieser Trainingsart besondere Aufmerksamkeit gewidmet, denn dieser dient praktisch als Hauptstabilisator im menschlichen Körper. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Übungen beim Functional Training im Stehen ausgeübt werden. Um einen standhaften Körper zu bekommen, wird nicht nur die Hüfte gestärkt, sondern auch die tiefe Bauchmuskulatur sowie die Schulterblattstabilisatoren mit einbezogen. Beim Functional Training werden die Übungen durch anspruchsvolle Abläufe ergänzt, wie beispielsweise Kniebeugen auf einem Balancebrett oder Liegestütze auf Sportbällen.

Welche Übungen gehören zum funktionellen Training?

Der Physiotherapeut Gary Gray vertrat in den 1990er Jahren als einer der Ersten das Functional Training, bei dem mehrere Muskeln sowie ganze Muskelgruppen in funktionelle Bewegungsformen gleichzeitig integriert werden sollten. Er orientierte sich dabei an den natürlichen Kernbewegungen im Alltag und im Sport. Einen hohen Stellenwert bei alltäglichen Bewegungsabläufen hat auch die Stabilisationsfunktion der Muskulatur. Im funktionellen Training lernt dein Körper eine gewisse Mehrgelenkigkeit, sowie sich selbst zu stabilisieren. Daher werden die Übungen auch stets losgelöst von den klassischen Kraftgeräten durchgeführt, da diese sonst die Stabilisation übernehmen würden. Mit den funktionellen Übungen trainierst du mit oder ohne Zusatzlast deinen Körper zu stabilisieren, auszubalancieren und trotzdem reaktionsbereit zu bleiben.

Bei der im Training beanspruchten Stabilisationsmuskulatur handelt es sich in erster Linie um die tiefe Bauchmuskulatur, die Hüftmuskulatur sowie die Schulterblattstabilisatoren. Beim funktionellen Trainingsablauf werden Muskeln meist vom Zentrum bis zu den Extremitäten trainiert. Am Schluss jeder Übung erfolgt die Stabilisationsarbeit, die von den Gelenken und dem Rumpf realisiert wird.

Wo wird das Functional Training angeboten?

Ob im Fitnessstudio oder im Freizeitsport: Die funktionellen Übungen lassen sich schon nach einer kurzen Anleitung selbstständig, beispielsweise in den eigenen vier Wänden, ausführen. Das funktionelle Training stellt auch keine Konkurrenz zum konventionellen Krafttraining an den Geräten dar, sondern ist lediglich ein Zusatzangebot. Seine Wurzeln hat das funktionelle Training im Athletiktraining des Hochleistungssports. Ursprünglich sollten Profisportler für das generelle Training vorbereitet sowie für Wettkämpfe belastbarer gemacht werden. Heute profitieren Hobby- und Leistungssportler von der verringerten Verletzungsgefahr und der verbesserten Leistungsfähigkeit, die durch einen gestärkten Körper erzielt werden können. Anstatt einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, beanspruchst du mitunter ganze Muskelketten und wirst durch die komplexen Bewegungsabläufe gefordert. Immer mehr Studios und Vereine stellen sich auf den Fitnesstrend ein und errichten dafür eigene „Freestyle Zones“. Hier kannst du frei mit Kleingeräten wie Rundhanteln (Kettlebell Training), Medizinbällen (Medizinball Übungen) oder Schlingentrainer (Sling Trainer Übungen) arbeiten.

Fördere Deine Gesundheit mit funktionellen Übungen

Typische Übungen mit deinem eigenen Körpergewicht kennst du noch aus dem Schulsportunterricht: Kniebeugen und Ausfallschritte. Dabei wird die Kniebeuge zuerst mit dem Rücken an der Wand in der gehaltenen Position durchgeführt. Danach wird diese Übung frei stehend trainiert und kann im Anschluss mit einem Balancebrett gesteigert werden. Zusätzlich kannst du das Training mit einem Ausfallschritt steigern.

Trainierst du mit einer Kettlebell, kommt noch eine Schwungkomponente dazu, die dein Körper wieder stabilisieren muss. Als Einsteiger solltest du dich von geschultem Personal und Trainern in die einzelnen Abläufe einweisen lassen. Dadurch verringerst du nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern machst das Training auch effizienter. Beim Functional Training sind nämlich nicht nur deine Muskeln gefordert. Anders als beim Krafttraining an der Maschine fordern die funktionellen Übungen auch deinen Kopf. Um allerdings an dein persönliches Trainingsziel zu gelangen, solltest du nach Deinem eigenen Weg suchen und nicht nach dem bekanntesten. Willst du in einem richtigen Verhältnis zwischen Funktionalität und Gesundheit trainieren, bist du mit dem Functional Training auf der sicheren Seite. Im Prinzip kann jede Bewegung dann als funktionell eingestuft werden, wenn sie zuverlässig ausgeführt werden kann, einem Zweck dient und lange genug andauert.

 

 

 

Ähnliche Artikel:

Kategorie
Funktionelles Workout
Keine Kommentare

Hinterlasse ein Feedback

*

*

Social