Altersstruktur der Weltbevölkerung: Entwicklung und Auswirkungen

Menschen werden immer älter
Die Altersstrukturen in der Weltbevölkerung

Altersstruktur der Weltbevölkerung: Entwicklung/Auswirkungen

Dir ist dieser Spruch bestimmt auch schon mehrfach begegnet: „Die Deutschen sterben langsam aber sicher aus.“ Doch was mit diesem Satz zum Ausdruck gebracht werden soll, wissen die Wenigsten. Gemeint ist der demografische Wandel, der sich immer stärker bemerkbar macht. Als demografischen Wandel bezeichnet man die Veränderungen innerhalb einer Bevölkerung. Und zu diesen Veränderungen zählt man nicht nur Einwanderungen bzw. Abwanderungen ausländischer Menschen, sondern auch das mengenmäßige Verhältnis von Männern und Frauen, die Entwicklung der Geburten- und Sterberaten und damit letztendlich auch die Altersstruktur eines Landes.

Da seit dem Jahr 1972 die Sterberate in Deutschland höher ist als die Geburtenrate, verändert sich die Altersstruktur unseres Landes immer stärker. Da wir heutzutage neben einer besseren, medizinischen Versorgung auch zahlreiche Möglichkeiten haben, unseren Körper gesund und leistungsfähig zu halten, steigt natürlich auch die Lebenserwartung.

Rasantes Bevölkerungswachstum

So ist es nicht verwunderlich, dass von 1900 bis 1990 der Bevölkerungsanteil von über 65-jährigen von ehemals 4,9 auf stolze 14,9 % anwuchs. Parallel dazu wurden die Menschen immer älter. Lag die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes im Jahre 1900 noch bei ca. 45 Jahren, waren es in 2002 schon 76 Lenze. Ein Problem in Deutschland ist allerdings die zunehmende Verfettung der Bevölkerung.

Während man in anderen Teilen der Weltbevölkerung auf mediterrane, leichte Kost setzt, ist man in Deutschland für üppige Hausmannskost bekannt. Das schlägt sich dann nicht nur auf den Hüften, sondern auch in den Statistiken zur Altersstruktur nieder. Mit rund 76 Jahren sind wir statistisch zwar im Laufe der Jahre immer älter geworden, liegen damit aber eher auf den abgeschlagenen, hinteren Rängen.

Auch wenn wir uns heutzutage über eine bessere medizinische Versorgung und ein höheres Lebensalter freuen dürfen, sind die wirtschaftlichen Folgen katastrophal. Schon seit vielen Jahren leeren sich die Rentenkassen und sicherlich musstest auch du dich schon sehr früh um eine private Zusatzrente kümmern. Das wird in den nächsten Jahren noch schlimmere Ausmaße annehmen. Schon heute fallen viele Menschen, die ihr gesamtes Leben gearbeitet haben, der sogenannten Altersarmut zum Opfer. Nicht selten sind sie auch im hohen Alter noch dazu gezwungen, ihre Rente mit einer Nebenbeschäftigung aufzubessern.
Sehr fortschrittlich hingegen sind die Deutschen mittlerweile auf dem Gebiet der Fitness. Nicht nur Studio und Heimtrainer liegen immer noch ganz hoch im Kurs – auch der Erholungsurlaub in den Bergen mit Wanderungen und viel Sport werden zunehmend beliebter. Man hat erkannt, dass Sport ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag ist und man seinen Körper damit gesund halten kann. Und das trotz Schweinshaxe und Co. für die wir leider im Rest der Weltbevölkerung bekannt und beliebt sind.

Die Weltbevölkerung im Vergleich zur deutschen Bevölkerung

Vergleicht man nur mal die Altersstruktur von Deutschland und Indien, stellt man interessante Unterschiede fest: Liegt in Deutschland der Anteil von über 65- Jährigen bei ca. 20%, leben in Indien nur lediglich rund 6% in dieser Altersstruktur.
In der Altersklasse von 15 – 64 liegen Deutschland und Indien mit rund 66% und 65% fast gleichauf. Dabei sind in der Altersstruktur von 0 – 14 wieder signifikante Unterschiede bemerkbar. In Deutschland entsprechen dieser Altersklasse ca. 13% und in Indien sogar fast 30%. Doch woher stammen diese deutlichen Unterschiede in der Altersstruktur der Weltbevölkerung?

Gerade in Indien ist die medizinische Versorgung noch immer sehr schlecht. Leider ist eine Folge dieser Unterversorgung auch eine sehr hohe Säuglingssterblichkeitsrate. Da Indien das Kinderkriegen natürlich nicht einfach verbieten kann, belohnt er daher einfach die Sterilisationen. Für viele Frauen ist diese geringe Entlohnung ein gern gesehenes Zubrot. Denn ein weiteres Problem sind die zum Teil sehr geringen Löhne, mit denen der Familienunterhalt bestritten werden muss. So kommt es, dass einige Kliniken zum Teil mit sehr abstrusen Lotterien locken: Auto gegen Sterilisation oder Geld gegen OP- Tisch. Indien ist leider im Vergleich zur restlichen Weltbevölkerung noch immer ein sehr armes und unterentwickeltes Land. Auch die zum Teil gesunde Nahrung mit viel Gemüse, Hühnchen und Fisch kann die mitunter katastrophalen, hygienischen Zustände nicht ausgleichen.

Aber auch im Vergleich mit anderen Ländern der Weltbevölkerung ergeben sich deutliche Unterschiede zu Deutschland. So gibt es in Japan z. B. mit fast 30% den größten Anteil der über 65- Jährigen. Dafür ist allerdings die Altersstruktur im Hinblick auf die Lebensjahre 0 – 14 vergleichsweise gering. Japan ist zwar die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, altert allerdings auch so schnell wie kein anderes Land auf der Welt. Aber nicht die angebliche Leidenschaftslosigkeit der Japaner ist Schuld daran, sondern die Perspektivlosigkeit.

Die unsichere Wirtschaftslage lässt einige Paare erst gar nicht daran denken, eine Familie zu gründen. Hinzu kommt, dass selbst hochqualifizierte Studienabgänger kaum in der Lage sind, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Die wirtschaftlichen Prognosen für Japan in den nächsten 20 bis 30 Jahren sind dementsprechend schlecht. Irgendwann wird der Fachkräftemangel zum sozialen Kollaps führen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Dagegen ist Japan im Vergleich zur Weltbevölkerung eines der gesündesten Länder der Welt. Denn man nimmt dort kleine Portionen zu sich, isst viel Fisch und dafür wenig rotes Fleisch. Diese Art Ernährung ist äußerst gesund und erhöht die Lebenserwartung auf rund 84 Jahre.

Eine positive Alternative im Vergleich zu den anderen Ländern der Weltbevölkerung stellt hingegen Frankreich dar. Dort liegt das durchschnittliche Alter heutzutage bei rund 40 Jahren. Trotz der sinkenden Kindersterblichkeit sank in den letzten Jahrzehnten der Anteil der Jugendlichen unter 20 im Vergleich zu den über 60- Jährigen. Auch Frankreich wird zu den gesündesten Ländern der Weltbevölkerung gezählt, was sich auch deutlich an der oben beschriebenen Altersstruktur zeigt. Unsere französischen Nachbarn sind für kleine und sehr ausgewogene Mahlzeiten bekannt und man sagt ihnen nach, dass sie sehr häufig zu Fuß gehen. Und auch das zahlt sich mit einer Lebenserwartung von fast 82 Jahren aus!

Aber nicht nur Frankreich, sondern sämtliche Länder der Weltbevölkerung, die für eine ausgewogene oder mediterrane Lebensweise bekannt sind, erreichen eine Altersstruktur mit vielen Senioren. In Spanien z. B. setzt man auf Siesta und Tapas. Das heißt auf kleine Pausen und kleine Snacks. Das belastet den Organismus nicht so stark wie üppige Mahlzeiten und die Siesta sorgt für ausreichend Entspannung. Mit einer Lebenserwartung von rund 83 Jahren überholt Spanien damit Deutschland um Längen.
Griechenland kann da leicht mithalten. Eine sehr fischreiche Kost mit viel Gemüse sorgen für eine gesunde Lebensweise.

Weitere Abhängigkeiten der Altersstruktur

Auffällig ist, dass die jeweilige Altersstruktur des Landes abhängig ist von vielen Faktoren. Neben den verfügbaren Lebensmitteln und der Hygiene spielt auch die Infrastruktur eine grundlegende Rolle. Im Vergleich schnitten die Länder der Weltbevölkerung am besten ab, die sich leicht und mediterran ernähren. Leider sind auch wir Deutschen in Sachen Ernährung noch keine Vorreiter. Auch wenn zahlreiche Bewegungen wie z. B. vegetarische oder vegane Ernährung in die richtige Richtung gehen.
Betrachtet man die gesamte Weltbevölkerung, so liegt Europa in etwa gleichauf in puncto Altersstruktur. In Ländern wie z. B. Indien hingegen gibt es gravierende Unterschiede. Diese Allerdings liegen ganz sicher auch in den katastrophalen, hygienischen Zuständen begründet. Wie so oft sind in diesen Ländern aber die Politiker gefragt, sich um die Missstände zu kümmern und diese zu beheben. Aber das ist leichter gesagt, als getan.
Und was für den einzelnen Menschen durchaus erstrebenswert erscheint, birgt für eine soziale Wirtschaft mitunter katastrophale Folgen. Eine veraltete Bevölkerung endet irgendwann zwangsläufig im Fachkräftemangel und das Verhältnis von arbeitenden Menschen zu Rentnern verändert sich immer stärker. Auch das Gesundheitssystem leidet darunter. Denn wenn wir immer älter werden, benötigen wir auch länger Leistungen aus diesem System.

Solche oder ähnliche Probleme hat jedes Land früher oder später und viele unserer Nachbarn haben bereits ansatzweise Lösungen dafür erarbeitet. Bestimmt wird Deutschland auch irgendwann damit beginnen. Und da lohnt es sich doch, noch ein bisschen Sport zu machen, um lange gesund zu bleiben!

 

 

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