Das Burnout Syndrom

Burnout Syndrom: Was ist das? Seit einiger Zeit wird bei viel Stress auf der Arbeit immer wieder vor dem sogenannten Burnout Syndrom gewarnt. Doch was bedeutet das genau? Bin ich gefährdet? Kann ich etwas dagegen tun? Wenn du dir diese Fragen stellst und gerne mehr erfahren möchtest, dann bekommst du hier Antworten.

Burnout Syndrom: Was ist das?

Übersetzt bedeutet Burnout so viel wie ausgebrannt, verheizt, im übertragenen Sinne „leer“. Dies bezieht sich auf die Energiespeicher derjenigen, die unter dem entsprechenden Syndrom leiden. Sie scheinen keine Reserven mehr zu haben und vollständig aufgezehrt worden zu sein. Wer sich ständig kraftlos und schwach fühlt, wer auch für kleinere Aufgaben keine Energie mehr aufbringen kann und wer das Gefühl hat, von allem überfordert zu sein, bei dem kann ein Burnout Syndrom die Ursache sein.

Ständige Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit sind dabei typische Zustände. Als der häufigste Grund wird von Betroffenen Stress angegeben. Dieser kann sowohl am Arbeitsplatz wie im Privatleben herrschen.
Emotionaler Stress kann ebenfalls eine Rolle spielen. Wer einen Schicksalsschlag wie Scheidung, Trennung, Arbeitslosigkeit oder den Tod eines geliebten Menschen verkraften musste, der ist innerlich häufig bereits angegriffen. Aufgaben, die ihm sonst vielleicht nicht schwergefallen sind, können dann kaum zu bewältigen sein.

In einer solchen Situation kann ein Burnout Syndrom auch auftreten, ohne dass sich die äußerliche Belastungssituation verschlimmert hat. Da innere Reserven aber bereits für Trauer, Wut oder andere negative Empfindungen verbraucht werden müssen, steigt das Stresslevel trotzdem an.

Was sind die Symptome eines Burnout Syndroms?

Typische Symptome sind die erwähnten Empfindungen von Überlastung, Überforderung und Überarbeitung, verbunden mit dem Gefühl, „es“ einfach nicht mehr zu schaffen. „Es“ kann hier für Vieles stehen: die Arbeit, die Erziehung eigener Kinder, den Haushalt, den Umgang mit einem Schicksalsschlag oder eine Kombination daraus. Manchmal findet auch eine Wesensveränderung statt und Betroffene werden zynisch, drücken vermehrt Sinn- und Hoffnungslosigkeit aus. Ständige Erschöpfung und ein fehlender Antrieb bis hin zur psychisch bedingten, völligen Arbeitsunfähigkeit sind die Folge.

Überforderung – ein individuelles Gefühl

Der Moment, ab dem dir „alles zu viel“ wird und du Gefahr läufst, ein Burnout Syndrom zu erleiden, ist von außen her nicht messbar. Ausschlaggebend ist das persönliche Belastungsempfinden, für das sowohl die erwähnten persönlichen Umstände als auch die eigene Charakterstruktur eine Rolle spielen. Besonders Leute, die zu Perfektionismus neigen und ein erhöhtes Verantwortungsgefühl haben, können zum Beispiel Stress in der Arbeit nicht gut loslassen. Wo andere Menschen nach Feierabend einfach abschalten und die sich türmenden Aufträge auf ihrem Schreibtisch geistig genauso verlassen, wie körperlich, schwirren sie manchen anderen auch dann noch im Kopf herum. Echte Entspannung und Erholung sind dann auch zu Hause oder beim Ausüben von Hobbys nicht mehr möglich.

Wie kommt es zu einem Burnout Syndrom?

Steigt der Stress und der Druck, den Betroffene empfinden, zu sehr an, kann selbst der Alltag als nicht mehr zu bewältigende Hürde empfunden werden. Besonders Menschen, die sich in so einer Situation nicht zu helfen wissen, die keine ausgleichende Balance zwischen dem Stress in ihrem Leben und Quellen der Erholung, Entspannung und der Freude finden, sind dann gefährdet, ein Burnout Syndrom zu erleiden und in die völlige Arbeitsunfähigkeit abzurutschen.

In einem gesunden Arbeitsumfeld sollten die Gefahren des Burnouts auch von der Arbeitgeberseite bekannt sein. Das Arbeitsschutzgesetz setzt den Schwerpunkt auf die Prävention gesundheitlicher Fehlbelastung vonseiten des Arbeitgebers aus. Trotzdem gehen einige Berufsfelder typischerweise mit einem hohen Belastungsgrad einher und, wie bereits erwähnt, spielt auch der persönliche Zustand des Einzelnen eine sehr große Rolle.

Wie kann ich einem Burnout Syndrom vorbeugen?

Wenn der persönliche Stresslevel steigt und es vorerst keine simple Möglichkeit gibt, ihn zu senken, ist es wichtig, einen Ausgleich zu finden. Wenn du nach dem Motto „einfach weitermachen“ handelst und deine inneren Bedürfnisse nicht beachtest, kann ein Burnout Syndrom die Folge sein, das deinen Leistungsausfall noch größer werden lässt, als wenn du rechtzeitig Maßnahmen ergriffen hättest. Wie also kannst du nun Stress abbauen?

Hierbei musst du dich ein wenig mit dir selbst beschäftigen und evaluieren, welche Unternehmungen dir Erholung und echte Freude bereiten. Du hast einen tollen Freundeskreis? Triff dich öfter und rede mit ihnen – nicht nur über deine Belastung, aber auch. Dasselbe gilt für Familienmitglieder, zu denen du gute Beziehungen hast, oder deinen Partner.
Du kannst am besten alleine bei einem Videospiel entspannen? Gönn dir einen neuen Titel, auf den du schon lange gewartet hast, und nimm diese Auszeit bewusst als unterstützende Maßnahme wahr, nicht als „verschwendet“. So baust du einem schlechten Gewissen vor. Wer hart arbeitet und viel Stress hat, der darf auch abschalten.

Was jedoch unabhängig von persönlicher Veranlagung jedem Menschen guttut, ist körperliche Betätigung und Sport. Ist der innere Schweinehund erst einmal überwunden und du raffst dich zu etwas Bewegung auf, dann erfolgt die Belohnung sehr schnell. Beim Sport werden Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und andere ausgeschüttet – sofortige Wohlfühlhormone. Sie leisten ihren Beitrag gegen die Stressempfindungen und können bei regelmäßiger Betätigung auch langfristig helfen, sie zu bekämpfen.

Nicht umsonst berichten viele Menschen, dass sie vom Sport wieder einen „freien Kopf“ bekommen. Die Entspannung, die man nach ordentlicher Bewegung empfindet, ist sowohl körperlicher als auch geistiger Natur. Wenn du dich also öfters mal sehr angestrengt oder überfordert von der Arbeit und anderen Aufgaben fühlst, dann ist dies ein weiterer guter Grund, dich regelmäßig einer sportlichen Betätigung zu widmen. Dies kann einem Burnout Syndrom tatsächlich vorbeugen, aber auch weniger drastische, negative Entwicklungen zu stoppen helfen. Dabei muss es nicht gleich von 0 auf 100 gehen. Ausgedehntes Laufen oder Gehen in einer schönen Umgebung, zum Beispiel auf einem Feldweg oder im städtischen Park, kann bereits helfen, abzuschalten und zu entspannen.

Umgang mit Stress

Selbst bei depressiven Verstimmungen werden als einfache begleitende Gegenmaßnahme Spaziergänge empfohlen. Wenn du jedoch Lust auf intensivere Workouts hast, dann steht dir eine riesige Auswahl möglicher Betätigungen zur Verfügung. Fast jede Sportart ist in größeren Städten ausübbar. Wenn du einen Mannschaftssport wählst, dann erhöhst du gleichzeitig deinen sozialen Kreis. Das kann sich ebenfalls positiv auf deinen Stresslevel auswirken. Auch eigentlich solitäre Sportarten wie schwimmen, joggen oder Rad fahren kannst du gemeinsam mit einem guten Freund unternehmen, wenn dir danach ist. Wer sich gemeinsam etwas vornimmt, dessen Chancen, es doch fallen zu lassen, verringern sich, da man sein Gegenüber nicht enttäuschen möchte.

 

 

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