Was ist Arthrose?

Was ist Arthrose? Symptome und Ursachen: Viele Menschen leiden bereits früh im Leben an Beschwerden, die durch degenerative Prozesse an der Knorpelmasse, an Bandscheiben oder Gelenken verursacht werden. Unsere biologischen Abbauprozesse beginnen trotz einer gestiegenen statistischen Lebenserwartung von 70 – 80 Jahren bereits nach dem dreißigsten Lebensjahr.

Zu den altersbedingten Degenerationsprozessen addieren sich die moderne Lebens- und Ernährungsweise, eine zunehmend mangelhafte Ernährung und viele einseitige Belastungen – zum Beispiel im Berufsleben. Was wir heute als einen normalen Lebensstil betrachten, widerspricht oft dem, was der Organismus im Laufe seiner Evolution an Bedürfnissen entwickelt hat.

Was ist Arthrose? Symptome und Ursachen

Was macht eine Arthrose aus?

Als Arthrose wird häufig eine schmerzhafte Gelenkversteifung bezeichnet. Die eigentliche Ursache der zunehmenden Versteifung ist aber der Knorpelabrieb. Üblicherweise sorgen die Knorpel dank ihrer Elastizität dafür, dass die Gelenke gleitfähig und mobil bleiben. Sie puffern Stöße ähnlich wie Stoßdämpfer ab und verhindern so, dass Gelenk an Gelenk reiben kann. Schwindet aber die Knorpelmasse, zieht das den Verlust der Gleitfähigkeit an den gegeneinander beweglichen Gelenkflächen nach sich. Belastungsbedingte Knorpel-Abrasionen, Unfälle oder Fehlstellungen von Extremitäten bzw. Gelenken können zu einem sehr schnellen Knorpelabbau führen. Daher können auch junge Sportler nach entsprechenden Belastungen von Arthrose-Schäden betroffen sein.

Im Endstadium, wenn der Knorpel fast völlig verschwunden ist, ist diese degenerative Erkrankung sehr schmerzhaft. Solange er sich entwickelt, kann der Knorbelabbau weitgehend schmerzlos verlaufen. Zu Schmerzen in den betroffenen Gelenken kommt es erst dann, wenn die Knorpelmasse bereits sehr stark geschädigt ist. Vorher kommt es bestenfalls zu schmerzhaften Zeiten nach intensiven Beanspruchungen des betroffenen Gelenks. In deren Folge kann es auch zu belastungsbedingten entzündlichen Prozessen kommen. Diese können als Indikatoren für eine beginnende Arthrose dienen. Außerdem kann es zu Beginn nach längerem Sitzen zu Anlaufschwierigkeiten kommen. Es entstehen belastungsbedingte Schmerzen oder auch Ruheschmerzen.

Im Unterschied zur Arthrose beruht eine Arthritis nicht auf dem zunehmenden Knorpelabbau. Die Arthritis ist durch Ruheschmerzen, vor allem nachts gekennzeichnet. Solche entzündungsbedingten Schmerzen sind bei einem stark fortgeschrittenen Knorpelabbau ebenfalls zu finden.

Wie entsteht eine Arthrose?

Der arthroseauslösende Knorpelabbau entsteht keineswegs nur durch einseitige oder starke Belastungen des betroffenen Gelenks. Zu einer Arthrose kann es durch

  • Gelenkfehlstellungen bzw. Gelenkdysplasien
  • Sportverletzungen und Unfälle
  • Ablagerungsbedingten Knorpelabbau
  • Übergewicht
  • Falsche Belastungen beim Sport
  • Altersbedingte Degenerationserscheinungen
  • Chronischen Bewegungsmangel

kommen.

Potenziell können alle Gelenke im Körper von einer Knorpelabnutzung betroffen sein. Zu unterscheiden sind primäre und sekundäre Arthrosen. Als mögliche Verursacher eines sekundären Knorpelabbaus stehen auch mechanische und entzündliche, metabolische und chemische, hormonelle, neurologische oder genetische Verursacher in der Diskussion. Oftmals kann die Arthrose-Entstehung keinem der genannten Gründe zugeordnet werden. Die Arthrose wird dann als idiopathisch und somit ohne erkennbare Ursache entstanden, bezeichnet. Mediziner unterscheiden folgende Arthrosen:

  • Wirbelsäulenarthrose bzw. Facettengelenksarthrose
  • Schulterarthrose oder Omarthrose
  • Fingergelenksarthrose bzw. Heberden-Arthrose
  • Kniegelenksarthrose oder Gonarthrose
  • Sprunggelenks-Arthrose
  • Fuß- oder Zehenarthrose oder Hallux rigidus
  • Hüftarthrose oder Coxarthrose

Der Beginn einer Arthrose wird oft durch Einrisse in der Knorpelmasse eingeleitet. Es kommt zu vermehrter Reibung, die einen Abrieb der Knorpelmasse nach sich zieht. Die altersbedingte Arthrose hat trotz aller begleitenden Symptome keinen Krankheitswert. Ist der Knorpelabbau aber nicht altersgerecht, ist der Krankheitswert für die behandelnden Mediziner gegeben. Er bietet einen Anlass, den degenerativen Prozess mit geeigneten Maßnahmen aufzuhalten.

Welche Auswirkungen hat der Knorpelabbau auf den Körper?

Die häufigsten Auswirkungen des zunehmenden Knorpelabbaus sind in Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu suchen. Die Schmertzen können nach Belastunge, aber auch nach dem Aufstehen aus dem Bürostuhl auftreten, enn der Betroffene zuvor länger gesessen hat. Dazu können sich Symptome wie Überwärmung oder Schwellung durch entzündliche Prozesse im betroffenen Gelenk addieren.

Was kann ein Betroffener mit Arthrose tun?

Bei beginnender Arthrose ist vor allem die Herstellung von Gelenkschmiere über regelmäßige Bewegung und eine nährstoffreiche Ernährung sinnvoll. Später sind Ziele wie Schmerzfreiheit bei normalen Belastungen und die Vorbeugung gegen mechanische Bewegungseinschränkungen und degenerative Prozesse am Gelenk selbst relevant. Heute gibt es diverse unterschiedliche Therapieansätze, von denen sich mehrere noch in der Erprobung befinden.

Schmerzbehandlungen, Bewegungstraining oder operative Verfahren zur Beseitigung von Gelenkdysplasien oder anderen Ursachen gehören zu den häufigsten Therapien. Möglich sind auch eine Regenerationsbehandlung des beschädigten Gelenkknorpels oder ein endoprothetischer Gelenk-Ersatz. Meist werden bei fortschreitender Arthrose komplexe Behandlungskonzepte entworfen. Zum Teil setzen die Mediziner bei der Schmerzbehandlung erfolgreich auf den Placebo-Effekt. Operative Verfahren sind vom betroffenen Gelenk abhängig. Erfolgreich verlaufen Gelenkersatz-Operationen meist bei der Hüftgelenksarthrose und der Kniegelenksarthrose. Bei allen anderen Gelenken ist ein Ersatzgelenk schwierig.

Als weitere operative Behandlungsverfahren sind

  • Autotransplantation von Knorpelmasse
  • Transplantation autologer Knorpelzellen
  • Arthroskopische Techniken wie Shaving, Healing Response oder die Implantation von Carbon-Stiften
  • Gelenkversteifung
  • Knorpelabrasion

üblich.

Welche Verfahren zur Anwendung kommen, entscheidet der Operateur aufgrund der Beschwerdesituation und anderer Parameter.

Schwierig wird es bei Gelenksprothesen, wenn die operierten Personen noch relativ jung sind. Operiert wird in der Regel nur, wenn die Knorpelschäden gravierend sind und die Schmerzen der Betroffenen anders nicht mehr behebbar sind. Es steht in diesen Fällen zu erwarten, dass im Laufe des restlichen Lebens noch weitere Gelenkersatzprothesen eingesetzt werden müssen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Gelenkprothese wird mit zehn bis fünfzehn Jahren beziffert. Das neuerliche Operieren und Implantieren einer Gelenksprothese steigert die Komplikationsrate. Im Alter ist ein Ersatzgelenk oft wegen einer Osteoporose nicht mehr zu ersetzen.

Die operativen Verfahren können durch symptomatisch wirkende Schmerzmittel und physikalische Therapie ersetzt oder ergänzt werden. In der Physiotherapie kommen Dehnung, Mobilisierung und Muskelkräftigung, Elektro- oder Wärmetherapie, Hydro- oder Balneotherapie sowie Gehhilfen und Orthesen usw. infrage.

Welche Möglichkeiten haben Betroffene?

Heutzutage haben Betroffene die Möglichkeit, sich bereits frühzeitig über solche häufig auftretenden Erkrankungen zu informieren. Patiententage und Informations-Broschüren, Internetauftritte von Kliniken oder andere Informationsquellen geben Auskunft über das Entstehen und die Möglichkeiten der Behandlung von vorzeitigem Knorpelabbau. Früher drückte mancher Orthopäde einem Betroffenen eine Tüte Gummibärchen oder ein medizinische Gelatine-Präparat in die Hand. Damit sollte der fortschreitende Knorpelabbau verringert werden.

Heute sind immer mehr operativ eingesetzte Gelenksprothesen zu verzeichnen. Es geht bereits das Gerücht, dass viele Operationen zu früh oder bei nicht ausreichender Indikation eingesetzt werden, damit die Klinken mehr Gewinne machen. Ob das stimmt oder nicht, ist bisher nicht geklärt. Betroffene können schon aufgrund der relativ kurzen durchschnittlichen „Standzeit“ einer Gelenksprothese nicht daran interessiert sein, dieses letzte Mittel der Wahl zu früh einzusetzen. Zuvor sollten alle anderen Mittel der Behandlung ausgeschöpft sein.

Noch wichtiger ist aber die Prävention. Alles zu vermeiden, was einen Knorpelschaden nach sich zieht, ist angesichts der Vielzahl möglicher Verursacher allerdings nicht gerade einfach.

 

 

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