Was ist Koordination und wie trainiere ich diese?

Was ist Koordination? Dir stehen verschiedene Trainingsmethoden zur Stärkung und Verbesserung der Koordination zur Verfügung. Wer konsequent und ausdauernd trainiert, muss gute koordinative Fähigkeiten besitzen. Aber was ist Koordination eigentlich?

Was ist Koordination und wie trainiere ich diese am besten?

Schon sehr früh – zwischen dem sechsten und dem dreizehnten Lebensjahr – werden diese Fähigkeiten ausgeprägt. Aber auch später musst Du sie immer wieder trainieren. Hattest Du im Kindesalter eine besonders hohe koordinative Stärke und Leistungsfähigkeit erwerben können, gibt Dir das nicht nur bei Deinen sportlichen Ambitionen, sondern im ganzen Leben bestimmte Vorteile – denn das erworbene Potenzial verlierst du nicht.
In den zurückliegenden Jahren waren Kinder viel öfter „outdoor“ unterwegs – sie tobten, spielten Straßenfußball etc. und trainierten sich so eine gute Koordinationsfähigkeit an. Deshalb waren besondere Trainingsformen zur Schulung der Koordination in der Vergangenheit nicht extra angesagt. Dagegen sind die Interessen Heranwachsender heute meist anders: Wenn überhaupt spielen sie nur ziemlich wenig frei in der Natur. Als Erfolg der Werbebranche, die Kinder und Jugendliche als relative Zielgruppen fixiert haben, sind Computer und die einschlägigen Spiele heute oft das A und O der Freizeitgestaltung. Das ist der Grund für die wachsende Bedeutung koordinativer Trainingsbestandteile, die auch aus Deinen Trainingseinheiten nicht mehr wegzudenken sind.

Was ist Koordination? Die Basis aller Bewegungen!

Was ist Koordination? Aus dem Lateinischen kommt der Begriff und bedeutet allgemein das aufeinander Abstimmen sowie die wechselseitige Zuordnung der individuellen menschlichen, aber auch technischen, ökonomischen und sozialen Vorgänge.
In der Regel ist die Koordination von Vorgängen auf ein genau fixiertes und komplexes Ziel ausgerichtet und miteinander verknüpft. Grundvoraussetzung jeder Koordination ist die Fähigkeit, diverse Aktivitäten in einem Gesamtaufgabenfeld sinnvoll und zielgerichtet organisieren zu können. Dabei ist es egal, ob es sich um motorische Bewegungsabläufe oder um organisatorische Prozesse handelt. Was ist Koordination biologisch betrachtet? Sie ist das Zusammenwirken des Zentralen Nervensystems (ZNS) als Steuerungsorgan und der entsprechenden Muskulatur als durchführendes Organ im Gesamtrahmen einer ablaufenden Bewegung.

Kurzantwort auf die Frage: Was ist Koordination?
Sie ist die Basis einer jeden menschlichen Bewegung und sie ist für das Erlernen, die Anpassung und die Steuerung unserer Bewegungen. Die komplexen Auswirkungen trainierter Koordinationsfähigkeiten führen zur zielgerichteten Nutzung von Beweglichkeit und Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sowie der anderen konditionellen, motorischen Fähigkeiten unseres Körpers. Erst ausgeprägte Koordinationsfähigkeiten geben Dir die Möglichkeit, die Gesamtheit der motorischen Abläufe zu nutzen. Es geht nicht nur um die Frage: Was ist Koordination? Auch die Betrachtung der Auswirkungen ist wichtig. Denn eine gut trainietre Koordinationsfähigkeit hat nicht nur auf Deine sportlichen Aktivitäten Auswirkungen. Auch im ganz normalen Leben wirkt die geschulte Koordinationsfähigkeit positiv:

  • Die Beweglichkeit wird erhalten und verbessert
  • Bewegungsabläufe und die Körperhaltung werden optimal gesteuert
  • Bewegungsabläufe verlaufen ökonomisch
  • Haltungsbedingte Schmerzen werden ausgeschlossen

Medizinische Untersuchungen ergeben, dass sich koordinative Fähigkeiten bereits ab dem 30. Lebensjahr peu à peu zurückbilden können. Meist bleibt diese Zurückentwicklung lange Zeit unbemerkt. Deshalb ist es so wichtig, die koordinativen Fähigkeiten sein ganzes Leben lang zu trainieren.

Koordination ist eigentlich die Summe verschiedener Fähigkeiten unseres Organismus:

  • Reaktionsfähigkeit
    Zielgerichtetes, schnelles Handeln auf bestimmte Signale hin, z.B. Ball auffangen
  • Gleichgewichtsfähigkeit
    Beibehaltung des körperlichen Gleichgewichts, z.B. Radfahren.
  • Orientierungsfähigkeit
    Zielgerichtete Bewegung in bestimmten Räumen, z.B. Bälle abschießen.
  • Rhythmisierungsfähigkeit
    Bewegungsabläufe zeitlich strukturieren, z.B. Tanzen.
  • Antizipationsfähigkeit
    Einschätzung sich anbahnender Situationen, z.B Gefahren zu erkennen
  • Differenzierungsfähigkeit
    Zusammenspiel von Bewegung und dazugehörigem Kraftaufwand, z.B. Wandern auf unterschiedlichem Terrain
  • Kopplungsfähigkeit
    Abstimmung von Einzelbewegungen auf die Geamtbewegung, z.B. laufen und dabei gleichzeitig in der Hosentasche kramen

Die Unterschiede und Funktionsweisen

Unterschieden wird zwischen intramuskulärer Koordination innerhalb eines Muskels und intermuskulärer Koordination zwischen mehreren Muskeln. Beide Formen verbessern sich signifikant durch gezieltes Training: Bei gleichbleibender Energie kann mehr Leistung erbracht werden. Das ZNS steuert über Rückenmark und Gehirn die Verarbeitung aufgenommener Informationen sowie die Entwicklung und Ausführung entsprechender Bewegungsabläufe. Auswirkungen haben beispielsweise der Gleichgewichtssinn, der Geruchs- und Geschmackssinn, der Seh- und Hörsinn sowie die sensorischen Fähigkeiten Deiner Haut. Sie analysieren entsprechende Reize, wie Lichtreflexe, Schiedsrichterpfiffe oder Schmerzempfinden. Ein anderer Teilaspekt ist die Tiefensensibilität, die sogenannte Propriozeption. Sie hat Auswirkungen auf die tief liegende Muskulatur und ihr Training führt zu einem verbesserten Schutz Deines Bewegungsapparates unter diversen Belastungen.

Eine gut trainierte Koordination lässt Dein Training effektiver werden:

  • Die Tiefenmuskulatur wird stark und aktiv
  • Wirbelsäule und Gelenke sind stabilisiert
  • Sensomotorik und Propriozeption sind verbessert
  • Reaktionszeiten zwischen verschiedenen Muskelgruppen sind optimal
  • Die Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit sind effizient

Koordinationstraining ist umfassend. Ziel ist es, das Zusammenspiel von Muskulatur, Gehirn und Nerven zu optimieren.
Grundprinzip eines jeden Koordinationstrainings ist es, Bewegungen zu trainieren, die der Körper noch nicht automatisiert hat. Du führst gegenläufige Bewegungen ohne die gewohnten Gewichte beispielsweise besonders langsam oder besonders schnell aus.
So werden bestimmte Hirnareale geschult und die Koordination verbessert sich.

 

 

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