Psyche und Sport: Wirkung auf den Körper

Psyche und Sport gehören zusammen
Psyche und Sport

Psyche und Sport: Wirkung auf den Körper: „Nur in einem gesunden Geist wohnt ein gesunder Körper“. Das, was Juvenal im Imperium Romanum bereits postulierte und Turnvater Jahn so beständig predigte, wird allmählich wieder zum Allgemeingut. Denn nach der langen Phase der strikten Trennung zwischen Körper und Psyche im westlichen Kulturkreis sind die Befunde aus Praxis und Studien zu enorm geworden, in denen der Zusammenhang von Psyche und Sport nachgewiesen werden konnte.

Wie könnte es auch anders sein, gehören doch Körper und Geist und damit Psyche und Sport untrennbar zusammen und werden von denselben Nährstoffen und von demselben Organismus am Leben gehalten. Ebenso wie es in der europäischen Antike der Fall gewesen war, so ist die Ganzheitlichkeit in der entwickelten arabischen Medizin sowie auch der asiatischen Medizin ein Axiom, das heißt eine Basis, die an sich so selbstverständlich ist, dass sie nicht in Frage gestellt werden braucht. In diesem Punkt hat im Westen ein Umdenken stattgefunden, das so gewaltig ist, wie es selten in so kurzer Zeit geschieht. In den 80er Jahren wurde man noch als Esoteriker angesehen, wenn man den Zusammenhang zwischen Körper und Geist thematisierte. Heute wird man wegen seiner „Rückständigkeit“ belächelt, wenn man diesen Zusammenhang noch in Frage stellt.

Der gemeinsame Ursprung von Krankheitsbildern

Beispiele zur Wechselwirkung von Psyche und Sport gibt es genug. Schüler mit Schulangst klagen doppelt so häufig wie andere Schüler über Bauch- und Kopfschmerzen. Rückenschmerzen erleiden auffällig oft diejenigen Menschen, denen es auch persönlich nicht so gut geht. Bei 80 Prozent von Rückenschmerzen findet sich nach den Untersuchungen keine körperliche Ursache. Die Wechselwirkungen von Rückenschmerzen und Stress sind besonders augenfällig. Hier kann leicht ein Teufelskreis einsetzen, weil Menschen mit Rückenleiden innerlich verkrampfen.

Die schlechte Haltung wirkt sich wiederum ungünstig auf die Rückenmuskulatur aus, der Patient verkrampft immer mehr, was bis zu einer Handlungsunfähigkeit führen kann. Stress führt verstärkt zum Herzinfarkt und auch die Depression belastet das Herz ähnlich wie das Rauchen und führt generell zu einer deutlich erhöhten Krankheitsanfälligkeit. Von Jahr zu Jahr finden Wissenschaftler immer neue Krankheiten wie Krebs oder Bluthochdruck heraus, die mit Hilfe des Sports eingedämmt werden können. Sport entpuppt sich mehr und mehr als Allrounder und damit als wirksame Universalmedizin gegen jede Form von körperlichen und geistigen Störungen. Mit der Psychosomatik hat sich eine neue Berufsgruppe etabliert, in der psychische und körperliche Probleme nicht mehr isoliert voneinander betrachtet werden.

Sport tut der Seele gut

Ein wichtiger Schlüssel zum allgemeinen Wohlbefinden ist der Sport. Wer Sport treibt, beugt nicht nur zahlreichen Krankheitserscheinungen vor und reduziert das Risiko von Demenz und Diabetes, sondern er fühlt sich auch psychisch besser, gesünder, kraftvoller und zupackender. Es gibt mehrere Gründe für den Zusammenhang zwischen Psyche und Sport. Zum einen wird das Gehirn durch den Sport besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt. Zum anderen baut Sport Stress ab und verhindert die vermehrte Bildung des Stresshormons Cortisol.

Wir fühlen uns dadurch entspannter und ausgeglichener. Sport führt zur Ausschüttung von Endorphinen und Dopamin, unseren Glückshormonen. Aus diesem Grund wird Sport als Therapie gegen Depressive und Angstpatienten angewandt. Besonders profitiert vom Sport derjenige, der den Sport draußen betreibt. Denn in der Natur erhält der Sportler durch das Sonnenlicht Vitamin D. Ein Mangel an Vitamin D führt wiederum zu zahlreichen körperlichen und psychischen Krankheiten. Ein typischer Fall ist der, dass Personen mit Vitamin-D-Mangel sich oftmals in eine psychiatrische Klinik begeben müssen, wo der Vitamin-D-Mangel durch eine Lichttherapie behandelt wird. Die Experten sprechen bei diesem Phänomen von einer Winterdepression, weil dieses Störungsbild zumeist im Winter auftritt, wenn die Sonnenstrahlen am schwächsten ausgeprägt sind.

Sport verbessert die mentale Leistungsfähigkeit

Was die Auswirkungen des Sports auf das Gehirn angeht, so wird durch den Sport der Kreislauf angekurbelt. Dies führt dazu, dass Körper und Geist gleichermaßen besser funktionieren, so dass erneut eine Wechselwirkung von Psyche und Sport stattfindet. Im Gehirn können durch den besseren Kreislauf mehr neue Gehirnzellen gebildet werden. Sport macht somit intelligenter.

Bestes Beispiel für diesen Zusammenhang zwischen Psyche und Sport ist der topfitte 60-jährige Hobbysportler, der aktiv an allen gesellschaftlichen Ereignissen teilnimmt, während schon ein 40-Jähriger Sportmuffel wie ein alter Mann wirken kann und sich mehr und mehr zurückzieht. Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum der Sport an Schulen verpflichtend ist, warum Sport an Universitäten so engagiert betrieben wird und warum Schachspielern zu einem Ausgleichssport geraten wird. Wer Sport treibt, kann besser denken und lernen, und er ist länger in der Lage, konzentriert sitzenzubleiben und geistige Arbeit zu leisten. Erneut hängen Psyche und Sport voneinander ab.

Eine bessere Haltung führt zu einem besseren Wohlbefinden

Psyche und Sport sind eine Einheit. Denn Sport bringt den Kreislauf und die Neurotransmitter im Gehirn in Schwung. Doch es sind nicht nur die physiologisch messbaren Effekte an sich, die sich so wohltuend auf Körper und Seele auswirken. Es ist auch die positivere Grundeinstellung des Sportlers, die positiv auf Körper und Geist rückkoppelt. Zur Veranschaulichung dieses Zusammenhangs von Psyche und Sport sei ein Beispiel aus der Depressionsbehandlung gegeben. Patienten wird mit dem Nervengift Botox die so genannte Zornesfalte im Gesicht lahmgelegt. Denn dadurch, dass der Patient nicht mehr in der Lage dazu ist, seinen Missmut auszudrücken, kommt er automatisch auf angenehmere Gedanken. Ähnlich verhält es sich mit dem Sport.

Wer Sport treibt, der legt automatisch eine positivere Grundhaltung an den Tag und wird diese durch die Rückkopplung automatisch auf Körper und Geist übertragen. Die bessere Haltung im Hinblick auf die Ausstrahlung von Energie, Kraft, positives Denken, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen, wird sich auf seine gesamte Persönlichkeit übertragen. Insofern sind die Effekte der besseren Grundhaltung nicht nur auf die Stärkung der Muskulatur und Vorbeugung von Rückenleiden bezogen. Diese hilft wesentlich vielseitiger, als den Sportlern noch vor zehn Jahren bewusst war.

Sport als zeitgemäßes universelles Wundermittel

Gerade in einer Zeit, wo langes Lernen und Studieren, wo langes Sitzen am Computer in der Arbeit und in der Freizeit so zugenommen hat, hat eine Rückbesinnung auf die positiven Effekte des Sports stattgefunden. Diese Rückbesinnung findet auf Basis einer fortschreitenden Wissenschaft statt, die Jahr für Jahr neue Erkenntnisse in Bezug auf die positiven Effekte des Sports auf Körper und Geist gewinnt.

So werden in nur wenigen Jahren zahlreiche neue positive Effekte im Rahmen von Psyche und Sport bekannt werden, die heute allenfalls vermutet werden. Zunehmend kristallisiert sich die Erkenntnis heraus, dass Sport für den Organismus ebenso nützlich ist wie das Schlafen. Beides sind im Lebe des Menschen die Extrempole, doch wie das Yin und Yang bedingen beide Extrempole einander. Nur wer schläft, kann wieder Sport treiben. Nur wer Sport treibt, kann wieder gut einschlafen. Sport ist ein wunderbarer Anti-Ager, und wer heute Sport treibt, dem werden Körper und Geist es danken, wenn er in 30 Jahren noch genauso fit ist wie heute.

 

 

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Ein Kommentar
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    4 Februar 2018 at 13:41
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