Groß denken: Die Autosuggestion hilft!

So funktioniert Autosuggestion! Die Autosuggestion ist die Kraft des Unterbewussten. Das Wort bedeutet „Selbstbeeinflussung“ und drückt dadurch bereits aus, wie es funktioniert.
Zu den Methoden der Autosuggestion gehören die Selbsthypnose, die Meditation oder die wiederholte Anwendung der Affirmation. Zusammenfassend gesagt handelt es sich um eine Methode, bei der du dir immer wieder etwas selber sagst, bis es sich in deinem Unterbewussten verankert und dort zu einer eigenen Wahrheit wird.

Autosuggestion: Der Glaube versetzt Berge 

Diese Methode entwickelte sich im 19. Jahrhundert und beruht auf dem französischen Apotheker Émile Coué. Eines Tages kam ein Kranker zu ihm, dem kein Arzt helfen konnte. Er verlangte vom Apotheker Émile Coué ein Medikament, doch auch der wusste nicht, welche Arznei ihn von seinem Leiden befreien könnte. Auch Coué wusste keinen Rat, jedoch vertraute der Mann ihm und bestand darauf, ein Medikament zu bekommen. Coué soll daraufhin verschiedene wirkungslose Substanzen zusammengemischt und dem Mann überreicht haben. Nach einiger Zeit kehrte der Mann zurück – geheilt und gesund. Der Apotheker stellte fest, dass es einen großen Unterschied machte, mit welchen Worten er seine Medikamente überreichte. Patienten, denen er ein Medikament mit lobenden Worte gab, kehrten häufiger gesund und ohne Beschwerden zu ihm zurück. 

Darauf entwickelte er Theorien zur Selbsthilfe, die auf positiven Gedanken beruhen. Er reiste um die Welt und gab Vorträge, in denen er über die Kraft der Gedanken sprach. Er demonstrierte ihre Wirkung auch. So sollte er die Teilnehmer dazu aufgefordert haben, ihre Hände zu verschränken und die Finger fest zusammenzudrücken. Dabei sollten sie ständig sagen: „Ich kann meine Hände nicht öffnen.“ Nach etwa einer Minute forderte Coué sie auf, die Hände wieder loszulassen. Und siehe da: Den meisten Besuchern gelang es nicht. 

Coué erkannte die Kraft der gedanklichen Selbstbeeinflussung. Jeder Mensch besitzt nach ihm die Selbstheilungskräfte, die auf gesundmachenden Gedanken beruhen. Deshalb konzentrierte sich die Autosuggestion lange Zeit auf die Gesundheit. Positive Gedanken an Heilung und an das Gesundsein sollen die Abwehr gegen Krankheiten verbessern und die Heilung von bestehenden Krankheiten beschleunigen. Negative Gedanken hingegen befördern die Ausbreitung von Schmerzen, Beschwerden und Krankheiten. 

Mit der Zeit wurde die Autosuggestion nicht nur auf das körperliche Befinden, sondern auch auf den Geist und die Seele ausgeweitet. „Positives Denken“ ist das Stichwort. Das Ziel des Positiven Denkens ist es, durch positive Beeinflussung unseres bewussten Denkens auf Dauer unsere Motivation, unser Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu verbessern und uns zufriedener und glücklicher zu machen. Sei es Autosuggestion oder das Positive Denken, in beiden Fällen geht es darum, den eigenen Geist bewusst zu „programmieren“. Dabei stehen bestimmte Bereiche des Lebens, Angewohnheiten oder Wünsche im Vordergrund. Das zu erreichende Ziel wird in Worten ausgedrückt und anschließend wie ein Mantra wiederholt. 

Wann sollte die Autosuggestion eingesetzt werden?

Autosuggestion kann dafür genutzt werden, um Lebenskrisen zu meistern, Schicksalsschläge zu überwinden sowie körperliche und seelische Schmerzen zu überstehen. Dadurch wirkt es sich positiv auf das Berufs- und Privatleben aus. Du kannst mehr Spaß an der Arbeit haben, mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden besser umgehen und an deinem beruflichen Erfolg arbeiten. Neben der Verbesserung der Gesundheit soll das Positive Denken auch beim Abnehmen helfen. Die Gedanken auf das Ziel gerichtet, Gewicht zu verlieren, helfen, die Motivation für den Sport aufrechtzuerhalten und auf eine gesunde Ernährung zu achten. Es lassen sich auch Glaubenssätze formulieren, die mit schlechten Angewohnheiten Schluss machen, wie etwa dem Rauchen oder Trinken. 

Wichtig ist, dass solche positiv formulierten Gedanken konstant im Kopf oder auch laut formuliert werden. Und zwar immer in der Ich-Form und in der Gegenwart. Die Ziele und Wünsche müssen auf eine positive Art formuliert werden. Nicht als Verneinungen, denn Verneinungen bleiben im Gehirn nicht stecken. Du solltest nicht formulieren: „Ich werde nicht trinken“, denn davon bleibt nur das „ich werde trinken“ im Kopf stecken. Stattdessen solltest du etwas formulieren in der Art: „Ich trinke weniger“ oder „ich werde mit dem Trinken aufhören.“ 

Schon zu Coués Zeiten hagelte es Kritik und selbst heute zweifeln Psychologen und Mediziner, was die Wirksamkeit der Autosuggestion anbelangt. Coués Kritiker wollten es nicht wahrhaben, dass man Ärzte mittels positiver Gedanken überflüssig machen könnte. Was jedoch nie im Sinn von Coués Lehren war. Das autogene Training konnte sich seitdem dennoch in vielen Praxen etablieren. Studien heute zeigen, dass das Positive Denken durchaus funktioniert – jedoch nicht für jeden. Viel scheint dabei von der Persönlichkeit abzuhängen. Menschen, die eher zur Skepsis neigen und analytisch denken, haben Schwierigkeiten, sich von ihren eigenen Gedanken überzeugen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Menschen, die sowieso an wenig glauben, lassen sich auch durch die von ihnen selbst aufgestellten Glaubenssätze kaum überzeugen. Eine Gefahr der Autosuggestion liegt darin, dass sich manche Menschen gezwungen fühlen, Erfolg zu haben und sich damit unter Druck setzen. Solche Menschen vergessen dann, dass die positive Grundeinstellung Schicksalsschläge nicht verhindern kann, sondern lediglich hilft, sie zu bewältigen. 

Autosuggestion: Ein paar Tipps zur Ausführung

Es gibt verschiedene Varianten, wie man Autosuggestion einsetzen könnte. Wichtig ist zuallererst, darüber zu entscheiden, welcher Aspekt beeinflusst werden soll: Beruf, Angewohnheiten, Motivation, Hindernisse. Das angestrebte Ziel muss realistisch sein und im Einklang mit anderen Zielen stehen. Der Satz sollte immer in der ersten Person formuliert werden („Ich höre mit dem Rauchen auf.“). Er muss ausdrücken, wie du dich selbst haben willst und nicht wie andere Menschen dich sehen sollen. Negative Formulierungen mit „nicht, niemals, kein“ etc. werden vermieden. Gleichzeitig sollte das zu erreichende Ziel nicht in ein zeitliches Limit gezwängt werden. Das setzt nur unter Druck. Dieser ausformulierte Satz sollte immer und immer wieder, über Tage bis Wochen hinweg, im Kopf wiederholt werden. Er kann auch aufgeschrieben werden oder du kannst ihn während der Meditation hersagen. Alternativ lässt er sich auch aufnehmen und beim Schlafen mit Kopfhörern abspielen.

Als Fazit kann man festhalten: Die mentale Fitness ist nicht weniger wichtig, als die physische Fitness. Denke einfach häufiger mal positiv und wage es, zu träumen!

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