Was sind muskuläre Dysbalancen?

Entstehung und Ursachen
Was sind Muskuläre Dysbalancen?

Was sind Muskuläre Dysbalancen? Unter den muskulären Dysbalancen wird die Verkürzung von aktiven Muskelgruppen bei einer gleichzeitigen Erschlaffung des muskulären Gegenspielers verstanden. Ungleichgewichte entstehen, wenn Muskeln durch eine zu einseitige Beanspruchung überlastet werden und sich dadurch verhärten, andere Muskeln wiederum aufgrund einer ständigen Unterforderung Muskelmasse abbauen. Die muskulären Dysbalancen gelten als Hauptursache von Funktionsstörungen, Schäden am Bewegungssystem und hartnäckigen Schmerzen, die damit einhergehen. Der folgende Ratgeber erläutert dir alles Wissenswerte zu den muskulären Dysbalancen und was du dagegen tun kannst.

Was sind muskuläre Dysbalancen? Entstehung und Ursachen

Der gesamte Bewegungsapparat steht im Normalfall in einem Gleichgewicht. Mit den muskulären Dysbalancen wird ein Ungleichgewicht zwischen Muskelgruppen, die funktionell gegenüber liegen, beschrieben, beispielsweise Bauch und Rücken oder linke und rechte Seite. Ungleichgewicht heißt, dass der normalerweise ausgeglichene Spannungszustand der Muskulatur nicht mehr im Gleichgewicht ist und bestimmte Muskeln eine zu hohe und andere eine zu niedrige Spannung haben. Daraus resultieren Veränderungen der Kraft und Beweglichkeit. Es kommt zur Grundspannungserhöhung des Muskels, wodurch sich dieser nachfolgend verkürzt.

Die Ursachen der muskulären Dysbalancen

Die muskulären Dysbalancen können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Über- oder Fehlbelastungen im Sport, Schonhaltungen nach Verletzungen, ein Bewegungsmangel etc. Muskuläre Dysbalancen entstehen letztendlich, wenn Bewegungen über ein bestimmtes Gelenk einseitig trainiert werden. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn lediglich die Beugung des Arms, aber nicht die Streckung trainiert wird. Daraus resultieren meist Muskelverkürzungen, wodurch die Beweglichkeit reduziert wird. Dies kannst du vermeiden, wenn du zu einer Bewegung immer die Gegenbewegung trainierst.

Welche Beschwerden verursachen die muskulären Dysbalancen?

Schmerzregionen weiten sich aus, was zu einer zunehmenden Beeinträchtigung führt. Dies betrifft auch die seelische Befindlichkeit. Ungleichgewichte der Rückenmuskulatur bleiben nicht ohne Folgen. Aus der verkürzten Muskulatur resultieren Bewegungseinschränkungen, die wiederum andere Muskelgruppen beeinflussen und deren Gleichgewicht stören. Daraus entwickeln sich zunehmend Fehlhaltungen und auch die Belastbarkeit des Bewegungsapparates ist herabgesetzt. Betroffene leiden häufig unter einer verspannten Nacken- und Schultermuskulatur. Die Wirbelsäule wird fehlbelastet. Dies kann wiederum zu Schmerzen führen.

Muskuläre Dysbalancen erhöhen die Verletzungsgefahr

Wenn die Zusammenarbeit der Muskeln in einem erhöhten Maß gestört ist und nicht mehr reibungslos funktioniert, sind die Bewegungen nicht mehr fließend. Da einige Muskeln durch Triggerpunkte so stark angespannt sind, kommt es selbst bei einer kleinen Fehlbewegung zur Verletzung: Muskelzerrung, Muskelriss oder Muskelfaserriss. Neben den Muskeln können auch die Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder dadurch verletzt werden. Solange eine Verkürzung der Muskeln durch Muskelknoten vorliegt, können ihre Bänder, Sehnen und die Gelenke nicht uneingeschränkt funktionieren.

Die muskulären Dysbalancen erkennen

Es ist sehr wichtig, muskuläre Dysbalancen zu erkennen. Hierfür stehen dem Arzt körperliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Er kann beispielsweise mit Tests die Beweglichkeit von Gelenken, die Länge von Muskeln, ihre Dehnbarkeit überprüfen oder nach Blockaden von Wirbelgelenken oder Fußfehlstellungen schauen. Auch die Haltung und das Gangbild können eine Hilfe bei der Diagnose bieten. Sprungtests oder biomechanische Messungen ermitteln die tatsächlichen Kräfteverhältnisse.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen dir zur Verfügung?

Nun stellt sich die Frage, was du tun kannst, um den Bewegungsapparat in eine Harmonie zu bringen. Das Ziel der Behandlung ist, dass Dysharmonie wieder ausgeglichen wird. Kuriert werden muskuläre Dysbalancen demzufolge dadurch, dass die verkürzten Muskeln gedehnt und die schwächeren Muskeln trainiert werden. Bei vorhandenen Dysbalancen solltest du die Trainingseinheiten anpassen, um diese auszugleichen und eine Verstärkung des Ungleichgewichts zu vermeiden. Dafür ist es empfehlenswert, Verkürzungen durch leichte Dehn- oder Lockerungsübungen zu behandeln. Abgeschwächte Muskeln kannst du entsprechend anpassen, indem deine gewohnten Trainingseinheiten mit verschiedenen Kraftübungen für die jeweiligen Muskeln ergänzt werden. Je nach Ausprägung sollte dies durch einen darauf spezialisierten Therapeuten überwacht werden, da es leicht zu einer Überdehnung kommen kann. Zusätzlich können mit Wärme, Kälte oder Quaddeln (Einspritzen örtlicher Betäubungsmittel in die Haut) die Schmerzen verringert werden. Muskuläre Dysbalancen können des Weiteren mit der Elektrotherapie, Massagen und Ultraschall behandelt werden. In manchen Fällen sind Medikamente erforderlich, um eine Entspannung der Muskulatur zu erzielen.

Muskuläre Dysbalancen durch ein ausgewogenes Training vorbeugen

In Bezug auf eine Vorbeugung lautet das Zauberwort Bewusstsein und zwar über die Körperspannungen sowie die Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten. Dies alles ist trainierbar. Wenn dir der Zustand bekannt ist, kannst du ihn aktiv beeinflussen. Daher ist es sehr wichtig, dass du ein gewisses Feingefühl und eine Sensomotorik entwickelst. Dies dient der Steigerung der Leistung beim Sport, der Vorbeugung von Verletzungen und der Vermeidung von muskulären Dysbalancen. Dein Trainingsprogramm sollte grundsätzlich abwechslungsreich und vielfältig sein und neben den Kräftigungs- ebenfalls Koordinations-, Gleichgewichts- und Laufübungen enthalten. Auch wichtig ist es, dass du typischen Problemzonen, beispielsweise den Rückenmuskeln und Hüftbeugern, eine besondere Aufmerksamkeit widmest.

 

 

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Spezielle Anatomie
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