Schlafmangel erkennen

Schlafmangel erkennen: Wusstest Du, dass Heißhunger am Tag mit Schlafmangel in der Nacht zusammen hängt? Auch wenn Dir plötzlich etwas aus den Händen fällt oder Dir ein bestimmtes Wort partout nicht in den Sinn kommt, kannst Du zu wenig geschlafen haben. Das alles ist nicht so schlimm, wirst Du jetzt vielleicht denken. Falsch gedacht; anhaltender Schlafmangel kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Schlafmangel erkennen: 6 Anzeichen und Symptome

Warum ist Schlafmangel schädlich? Wenn Du dauerhaft täglich weniger als mindestens sechs Stunden, besser 8 Stunden schläfst, geht das zu Lasten Deiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Kinder und Jugendliche sollten je nach Alter zwischen 12 und 9 Stunden schlafen, erst ab der Pubertät brauchen sie weniger Schlaf. Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur Dein Reaktionsvermögen, sondern auch Deinen Hormonaushalt, das Herz-Kreislauf-System und Deinen Blutzucker. Du riskierst schlechte Laune, mangelhafte Leistungen bei der Arbeit, in der Schule oder im Studium und kannst durch ein erhöhtes Unfallrisiko Dich und andere Menschen gefährden.

  1. Schon nach einer durchfeierten Nacht zeigt Dein Spiegelbild Dir die Folgen: dunkle Schatten unter den Augen, Tränensäcke und Deine Haut ist blass, fahl und wirkt trocken.
  2. Du bist vergeßlich und ungeschickt. Bereits kurzzeitiger Schlafmangel führt zu Konzentrations- und Erinnerungsproblemen. Außerdem werden die motorischen Fähigkeiten und das Reaktionsvermögen beeinträchtigt.
  3. Die Nerven liegen blank, Du reagierst emotional oft übertrieben, weinst oder rastest aus, obwohl es keinen Grund gibt. Bei Schlafmangel reagiert die Amygdala, der sogenannte Mandelkern hyperaktiv. Die Amygdala beeinflusst unsere Emotionen und Erinnerungen besonders bei Angst und Wut. Das Zusammenspiel zwischen Amygdala und rationaler Verarbeitung eines Geschehens im Gehirn wird bei Übermüdung stark beeinträchtigt.
  4. Du bist öfter als andere Menschen erkältet. Mehrere unabhängige Studien haben ergeben, dass Menschen, die regelmäßig weniger als sieben Stunden schlafen, drei mal öfter erkältet sind als solche, die nicht unter Schlafmangel leiden.
  5. Du leidest unter Übergewicht. Schlafmangel setzt das Hungerhormon Ghrelin frei und hemmt gleichzeitig das Sättigungshormon Leptin. Du hast ständig Appetit auf vorwiegend kalorienreiche Nahrung.
  6. Unausgeschlafenen Kindern haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Sie entwickeln nicht nur Lernprobleme, sondern verhalten sich auch ungewöhnlich, wirken ängstlich und nervös oder zanken sich mit ihren Klassenkameraden. Auch auf das Wachstum und die Entwicklung des Kindes kann sich andauernder Schlafmangel negativ auswirken.

Schlafmangel erkennen und gut durch den Tag kommen

Eine möglichst ungestörter Schlaf nachts oder bei Schichtarbeitern auch tagsüber ist wichtig für die Regeneration des ganzen Körpers. Wer über Wochen und Monate unter Schlafmangel leidet, riskiert seine Gesundheit. Nicht nur die Stimmung, die Konzentration und Leistungsfähigkeit werden beeinträchtigt und es kommt zu vermehrten Fehlern im Alltag oder zu Unfällen im Berufsleben und im Straßenverkehr. Vielmehr können sich schwerwiegende, ja chronische Krankheiten einstellen wie Depressionen, Immunschwäche, Stoffwechselstörungen, erhöhte Blutzuckerwerte, besonders bei Diabetikern, bis hin zum Herzinfarkt, von dem besonders Frauen betroffen werden, wenn sie unter Schlafmangel leiden.

Leiden Kinder unter Schlafmangel kann ihre Entwicklung erheblich gestört werden. Das Gehirn ist erst im Alter von 21 Jahren voll entwickelt. Schlafmangel bei Kindern führt zu kognitiven Entwicklungsrückständen. Eine Stunde Schlafmangel bei einem Sechstklässler kann dazu führen, dass er in seiner Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit auf dem Stand eines Viertklässlers ist.

Was passiert während der Nachtruhe in unserem Körper

  • Unsere Nerven und unser Gehirn erholen sich. Informationen, die nicht mehr gebraucht werden und nur Platz im Gedächtnis wegnehmen, werden gelöscht. Erinnerungen sowie Dinge, die wir uns merken wollen, werden vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis verschoben.
  • Während wir schlafen werden verstärkt Wachstumshormone ausgeschüttet, am meisten während des Tiefschlafes – in der sogenannten REM-Phase. Wachstumshormone lassen nicht nur Kinder in die Höhe wachsen, vielmehr dienen sie der Regeneration und der Erneuerung von Zellen, Gewebe und Organen. Auch die Augen regenerieren im Schlaf. Müde Augen und Tränensäcke morgens sind ein untrügliches Zeichen für Schlafmangel.
  • Nachts entspannen sich die Muskeln, deshalb beginnen auch viele Personen im Schlaf mit dem Schnarchen.
  • Im Schlaf schaltet Dein Organismus auf Sparflamme und spart Energie. Schlafmangel kann die Ausschüttung und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Hormone sehr stark stören. So erhöhen zum Beispiel Cortisol und Wachstumshormon den Blutzuckerspiegel. Im Schlaf ist deren Konzentration erniedrigt, während sie in den frühen Morgenstunden sowie nach dem Aufwachen ansteigt. Damit erhöht sich auch die Zuckerkonzentration im Blut und eine potentielle Diabetesneigung.
  • Im Schlaf verbrennt Dein Körper Fett, allerdings nur, wenn kein Insulin im Blut ist. Wenn Du abnehmen möchtest, solltest Du abends keine Kohlenhydrate essen.
  • Die Nieren schränken nachts ihre Aktivität ein, unter anderem damit wir nicht zur Toilette müssen. Wir scheiden trotzdem aber Schadstoffe aus. Dadurch ist der Morgenurin stärker konzentriert und wird für Urinuntersuchungen verwendet.
  • Vorwiegend nachts werden Antikörper produziert. Deshalb haben wir bei einem Infekt auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Fazit

Schlafmangel kann also die verschiedensten Ursachen haben. Ebenso vielfältig sind aber auch die Möglichkeiten, die Dir helfen können, künftig wieder entspannt und erholsam durchzuschlafen.

Schlafmangel beheben? Natürlich geht das!

 

 

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