Was bedeutet Qi Gong?

Bewegung, Atmung, Konzentration und Energie
Was ist Qi Gong

Was bedeutet Qi Gong? Qi Gong, im Deutschen auch Chi Gong geschrieben, ist eine uralte chinesische Technik, in der Bewegungen, Atmung und Konzentration verknüpft werden, um den Körper zu stärken und den Geist zu beruhigen (es ist also dem Yoga nicht unähnlich, wenn auch von den Bewegungen her ganz anders). Im Folgenden werden Dir Informationen präsentiert, um zu sehen, ob Qi Gong auch für Dich interessant sein könnte.

Was ist Qi Gong: Sprachliche Bedeutung

Das Qi oder auch Chi (im Japanischen Ki genannt) bezeichnet im Chinesischen die vitale Kraft des Körpers und der Welt. Man könnte es auch als Lebensenergie bezeichnen; es hat ebenso die Bedeutung von bewegender Kraft, Atem und Fluidum. Gong wiederum bezeichnet nicht das Instrument, sondern steht für Können, Arbeit oder Fähigkeit. Somit ist das Chi Gong als am besten als „Arbeit an der Energie/Kraft“ zu übersetzen – und damit die Stärkung derselben.

Was ist Qi Gong: Die Herkunft

Das Qi Gong ist (wieder ähnlich dem Yoga) eine uralte Kunst. Seine Wurzeln verlieren sich im Dunkel der Zeit; doch schon vor über 2000 Jahren finden sich in einem chinesischen Buch zur Heilkunst Hinweise zu Körperübungen, die dem Chi Gong entsprechen.

In jüngster Zeit hat man sogar in einem Grab 2500 Jahre alte Seidentücher gefunden, auf denen Übungen und Techniken dazu aufgemalt waren. Jedenfalls speist sich das Qi Gong aus verschiedenen Quellen:

Einmal ist es durch die Kampfkünste beeinflusst und hat auch heute noch Übungen integriert, die aus diesem Bereich stammen. Dann ist es natürlich sehr stark von der traditionellen chinesischen Medizin geprägt worden. Schlussendlich sind auch die großen chinesischen, philosophischen Strömungen, der Buddhismus und der Daoismus wiederzufinden bzw. haben ihre Spuren hinterlassen.

Zum Verständnis ist für uns „Westler“ auch Folgendes wichtig: Die Chinesen haben ein anderes Verständnis vom Körper als wir. Für sie ist der Körper ein Gefäß, dass von Lebensenergie angetrieben wird – und daher muss die Energie möglichst frei fließen können. Die Übungen dienen daher nur einem Zweck: Die Energie zum Fließen zu bringen.
Das Faszinierende ist, dass Du beim Qi Gong ziemlich schnell merken dürftest, dass da etwas dran ist. D.h. man fühlt sich einfach durch diese Übungen, frischer, lebendiger, wacher und energiereicher – und das ist sehr schön.

Wo kann ich das lernen?

Bevor wir darauf eingehen, wäre Folgendes noch wichtig: Es gibt mittlerweile hunderte verschiedener Formen. Es gibt Formen, die vor allem auf die Stärkung des Körpers abzielen, andere, die primär Krankheiten vorbeugen, wieder andere, die einen eher meditativen Charakter haben – und natürlich auch solche, die alles zu integrieren versuchen (wer die Wahl hat, hat schon hier die Qual).

Natürlich hat man auch bei uns im Westen diese Techniken mit anderen Ansätzen aus dem autogenen Training oder der Atemtherapie verknüpft. Um weiterer Verwirrung vorzubeugen, sollte man sich dies vor Augen führen:

Es gibt eine Deutsche Qigong-Gesellschaft, welche Ausbildungsorte und Trainingsempfehlungen für fast alle Bundesländer geben kann. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere Anbieter und Institutionen, die dir weiterhelfen können. Neben Zertifikaten solltest du dich aber auch auf das Bauchgefühl vertrauen: Fühle ich mich hier wohl? Dann bin ich wohl richtig!

Was sagt die Wissenschaft?

Auch die moderne Wissenschaft hat sich bereits des Themas angenommen und berichtet über ganz erstaunliche Heilerfolge: Nicht nur, dass Flexibilität, Konzentration und Muskulatur gestärkt werden und tiefe Entspannung erreicht wird, so hat man überdies festgestellt, dass durch diese Übungen tiefgehende Prozesse in Körper und Geist angestoßen werden können.

So stellte man zum Beispiel in Untersuchungen fest, dass das Immunsystem gestärkt worden war, das Blut- und Lymphsystem harmonisiert, Bluthochdruck gesenkt, Rheuma gelindert und überdies viele andere Verletzungen in der Rehabilitation schneller ausgeheilt waren. Es ist also etwas dran an diesen Dingen!

Wie kann man anfangen?

Es ist ein bisschen wie beim Fahrradfahren-Lernen – man muss es ausprobieren, sonst lernt man es nicht. Du kannst einfach mal einen Qi Gong Anfängerkurs belegen und schauen, ob du Veränderungen bei dir spürst. Als allgemeine Regel kann man sich vor Augen halten, dass sieben Elemente wichtig sind: Entspannung – Ruhe – Natürlichkeit – Bewegung – Atmung – mentale Vorstellung – Ton.

Von diesen sieben Elementen müssen zwei in einer Übung verknüpft werden! Vielleicht hast Du schon mal in einem Park Menschen gesehen, die an einer Stelle stehend langsame, fließende Bewegungen machen und dabei einen konzentrierten (aber nicht verkrampften) Eindruck machen: Dann hast du wahrscheinlich Qi Gong Trainierende gesehen.

Übungen

Allgemein gesagt zeichnen sich diese Übungen also dadurch aus, dass sie eher sanft und langsam ausgeführt werden, für Menschen jeden Alters geeignet sind und eine harmonische Verbindung von Atmung, Aufmerksamkeit und Bewegung darstellen.

Ein Beispiel wäre die Übungsreihe „Fan Huan“, was „Zur Quelle zurückkehren“ bedeutet und aus acht aufeinanderfolgenden Bewegungsabläufen besteht, an die sich ein stilles Sitzen anschließt (fast immer wird das Prinzip „Aus der Bewegung/Aktion in die Stille“ beachtet).

Fazit

Wenn Du nach einer Möglichkeit suchst, in Dir ruhig und entspannt zu werden und dabei wach und konzentriert zu bleiben (und überdies flexibel und kräftig werden möchtest) – dann ist Qi Gong  ein Weg für Dich.

 

 

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