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Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill wusste es ganz genau: „Sport ist Mord“ und er wird bis heute immer wieder gerne zitiert. Wahr ist, dass er in einem Interview einmal auf die Frage, was er für seine Gesundheit tue, mit „No Sports“ (Kein Sport) geantwortet hat. Winston Churchill war trotz hohen Blutdrucks, eines Herzinfarkts und zwei Schlaganfällen bei seinem Tod im Jahr 1965 stolze 91 Jahre alt. Auf Fotos ist ein schon in jüngeren Jahren übergewichtiger Mann mit wenig vitaler Ausstrahlung zu sehen.

Die Bedeutung des Sports im Wandel der Zeiten

Zu Lebzeiten Churchills war sportliche Betätigung weniger populär als heute. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen arbeitete in körperlich fordernden Berufen, die Belastungen waren zum Teil enorm. Heute dagegen verrichten sehr viele Menschen sitzende Bürotätigkeiten. Das allgegenwärtige Überangebot an Nahrungs- und Genussmitteln trägt dazu bei, dass sich die sogenannten Zivilisationskrankheiten immer mehr ausbreiten. Der Mangel an Bewegung in Kombination mit einer zu hohen Kalorienzufuhr befördert nicht nur Übergewicht, sondern vor allem auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Galt es in der Nachkriegszeit noch als Zeichen von Wohlstand, einige Kilo zu viel auf den Rippen zu haben, so ist dies heute nicht mehr schick und angesagt. Der schlanke, sportliche und durchtrainierte Körper ist gefragt. Er demonstriert Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Sportliche Erfolge machen sich gut im Lebenslauf, denn sie weisen den Bewerber als zielstrebig und ehrgeizig aus. Übergewichtige Menschen dagegen werden als träge, faul und lethargisch wahrgenommen. Kein Wunder also, dass wir ständig an der Optimierung unseres Selbst arbeiten, denn schließlich wollen und müssen wir konkurrenzfähig bleiben.

Wieviel Sport ist eigentlich gesund?

Natürlich ist es richtig, dass unsere Ärzte uns zu „mehr Bewegung“ raten, und selbstverständlich meinen sie damit nicht gelegentliches Zehenwackeln, sondern regelmäßigen Sport. Was jedoch das optimale Maß ist, das liegt meist im Auge des Betrachters. Manche Menschen finden sich selbst schon sportlich, wenn sie einmal im Monat ins Schwimmbad gehen. Andere dagegen trainieren jeden Tag mehrere Stunden, um möglichst hohe Leistungen zu erbringen.

Die ärztlichen Empfehlungen dagegen beziehen sich auf die gesundheitlichen Wirkungen des Sports. Dabei kommt es sehr stark auf die Grundvoraussetzungen jedes Einzelnen an. Was für einen jungen, gesunden Menschen vielleicht gerade richtig ist, wird einen älteren und vielleicht schon vorbelasteten Menschen eher überfordern. Auch auf die Wahl der richtigen Sportart kommt es an. Ausdauersport ist für den Körper sehr gesund, da eine moderate Belastung über einen längeren Zeitraum ausgeführt wird. Gewichtheben ist zwar auch Sport, erfordert aber kurze und sehr intensive Belastungen und birgt daher ein hohes Verletzungsrisiko.

Wenn Du jetzt beim Wort „Ausdauersport“ sofort an die Höchstleistungen der Marathon-Weltelite gedacht und an deren mögliches Trainingspensum gedacht hast, dann liegst Du falsch. Ärzte empfehlen ein moderates Ausdauertraining mit zwei bis drei Einheiten pro Woche. Je nach Gesundheits- und Fitnesslevel sollen diese Einheiten zwischen 30 und 60 Minuten dauern. Auf diese Weise wird der größte Vorteil für den Körper erzielt. Alles was darüber hinaus geht, bringt deshalb nicht zwangsweise mehr Gesundheit.

Wann ist Sport ungesund oder sogar gefährlich?

Beim Sport verhält es sich wie bei vielen anderen Dingen: Wer es übertreibt, kann seinem Körper langfristig schaden. Wer zu viel und zu hart trainiert, der riskiert Verletzungen und frühzeitigen Verschleiß. Meist passiert dies dann, wenn Du Deinem Körper zu wenig oder womöglich gar keine Ruhepausen gönnst. Du befindest Dich vielleicht in einer Phase, in der Du gnadenlos Deinen Trainingsplan durchziehst, obwohl Du vielleicht besser eine Pause machen solltest. Ebenso könnte es sein, dass Du Dich und Deine Fähigkeiten einfach mal total überschätzt. In sehr vielen Fällen entstehen dann Verletzungen, die sich wieder kurieren lassen und Du lernst Deinen Körper besser kennen. Du solltest aber auf jeden Fall auf die Signale hören, die er Dir sendet.

Richtig gefährlich ist Sport dann, wenn Du nicht gesund bist. Du hast monatelang auf einen bestimmten Wettbewerb trainiert, aber ausgerechnet in der Wettkampfwoche bekommst Du eine starke Erkältung? Das passiert übrigens sehr schnell, denn durch die hohe Trainingsbelastung ist Dein Immunsystem schon etwas geschwächt. Halte jetzt nicht an Deinen Plänen fest. „Danach ruhe ich mich aus“ ist der absolut falsche Ansatz. Gerade dann, wenn zu der Erkältung noch Fieber hinzukommt, ist der Körper schwach und braucht Ruhe. Missachtest Du das, kannst Du Dir schnell eine Herzmuskelentzündung einfangen, deren Folgen Dich die nächsten Jahre oder vielleicht Dein ganzes restliches Leben lang begleiten. So schwer es auch fällt: Bei Krankheit und bei Fieber ist die Vernunft gefragt. Einmal auskurieren bitte, und dann den nächsten Wettbewerb ins Auge fassen.

Wie ist das mit  Sport und Schwangerschaft?

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Wenn Du davor schon fit warst und Sport getrieben hast, kannst Du damit meist weitermachen. Du wirst ganz von selbst merken, wann Du Dein Pensum reduzieren und anpassen musst. Auf Sportarten mit einem hohen Sturz- und Verletzungsrisiko solltest Du während der Schwangerschaft allerdings besser verzichten. Sprich am besten mit Deinem Arzt darüber, er wird Dich gut beraten können. Eine der besten Sportarten in der Schwangerschaft ist übrigens das Schwimmen. Im Wasser musst Du Dein zusätzliches Gewicht nicht tragen, und Deine Muskeln und Sehnen können sich wunderbar entspannen. Die Bewegungen sind sanft, fließend und weitgehend erschütterungsfrei. Viele Kinder schlafen entspannt ein, wenn die Mutter schwimmt.

Was ist beim Leistungssport zu beachten?

Hochleistungsathleten stehen beinahe ständig unter ärztlicher Beobachtung, denn bei ihrem Training wird nichts dem Zufall überlassen. In der Regel folgen sie den Empfehlungen ihrer Ärzte, da sie über die möglichen Risiken besser aufgeklärt sind als der Hobbysportler. Wenn Du Leistungssport im Amateurbereich betreibst, dann bist Du gut damit beraten, einmal im Jahr einen kompletten Gesundheitscheck durchzuführen. Mögliche Probleme können so im Idealfall frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch der regelmäßige Besuch bei einem Physiotherapeuten kann sehr sinnvoll sein. Er korrigiert Deine Fehlstellungen und Fehlhaltungen, noch bevor Dir dadurch größere Probleme entstehen können.

Das richtige Maß macht’s

Damit Du mit dem Sport Deiner Gesundheit etwas Gutes tust und ihr nicht schadest, solltest Du vor allem auf Deinen Körper hören. Wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist, dann weißt Du ganz genau, wo Deine eigenen Grenzen sind. Sie durch Training zu verschieben ist in Ordnung, aber eben auf eine gesunde und langfristige Weise. Sportliche Erfolge sind immer ein Ergebnis vieler Jahre harter Arbeit und lassen sich nicht übers Knie brechen.

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