Aktive und lebensfrohe Frau

Was genau bedeutet denn „medizinisches Fitnesstraining“? Wie können sich Gesundheits- und Fitnesscenter engagieren? Unsere körperliche Fitness ist sehr wichtig für ein langes und gesundes Leben. Beim medizinischen Fitnesstraining steht nicht das Muskelwachstum oder die Ästhetik im Vordergrund, sondern die Gesundheit des gesamten Körpers.

Die motorischen Grundeigenschaften Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination wollen auf einem hohen Niveau entwickelt sein. Das erreicht man nicht nur durch reines Muskelaufbautraining. Aber wir wollen uns nichts vormachen: Wir wollen natürlich auch gut aussehen. Aber es ist nicht das primäre Ziel, wenn es um das Thema Gesundheit und Wohlbefinden geht.

Medizinisches Fitnesstraining: Allgemeines

Die Kosten für die Gesundheitsversorgung steigen weiter, ohne dass sich unser Gesundheitszustand als Patienten und Verbraucher tatsächlich nachhaltig positiv ändert. Wir müssen unbedingt die Kontrolle über unsere eigene Gesundheitsvorsorge zurückerobern, indem wir weiterhin proaktiv sind.

Wir müssen also tatsächlich Verantwortung für unsere eigene Gesundheit übernehmen. Ein Teil des proaktiven Handelns besteht darin, zu lernen, die Rituale in das eigene Leben zu integrieren, die uns dabei helfen können, gesund zu bleiben. Dazu gehört neben der Ernährung logischerweise auch ein ganzheitlicher Trainingsansatz.

Das wiederum kann uns dabei unterstützen, Verletzungen und Krankheiten zu vermeiden. Das medizinische Training soll Dir nicht dabei helfen, Deine Leistungen zu maximieren, sondern es soll Deine Gesundheit effektiv verbessern. Wir befinden uns also dann nicht im Leistungs- oder Hochleistungstraining, sondern im Gesundheitstraining.

Unser Gesundheitssystem ist das wahrscheinlich beste der Welt. Dafür sollten wir dankbar sein. Aber auch dieses System kommt irgendwann mal an seine Grenzen. Wir wissen, dass unser derzeitiges Gesundheitssystem nicht darauf ausgelegt ist, Menschen zu helfen, gut zu altern, sondern nur das Sterben zu verhindern.

Leider ist der Anteil der Menschen, die an Übergewicht, Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes und Rückenschmerzen leiden in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen. Es wird irgendwann der Punkt kommen, wo dies von den Krankenkassen finanziell nicht mehr alles gestemmt werden kann.

Die Eigenverantwortung wird mehr und mehr in den Vordergrund treten und wir müssen für unsere Gesundheit proaktiv etwas tun. Ein weiteres Problem ist der demografische Wandel. Die Menschen werden aufgrund der guten medizinischen Versorgung immer älter. Der Anteil der jungen Menschen geht immer weiter zurück. Dies sorgt dafür, dass immer weniger Menschen in die Sozialsysteme einzahlen, davon aber immer mehr Menschen versorgt werden müssen.

Wir sind alle in der Lage, einen erfolgreichen Alterungsprozess zu steuern. Obwohl Altern für jeden von uns eine andere Bedeutung hat und die Ergebnisse variieren, gibt es in den meisten Szenarien Gemeinsamkeiten. Klar ist, dass es Umstände in unserem Leben gibt, die wir nicht beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise auch genetische Faktoren.

Wie können wir dann gut altern? Nun, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir unser Lebensalter nach hinten ausdehnen können, oder aber zumindest auch noch im hohen Alter fit und aktiv sein können, wenn wir die Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen. Die Zauberworte lauten also: Bewegung, gesunde Ernährung und positive Lebenseinstellung. Wir sollten also alles tun, was uns in dieser Hinsicht möglich ist.

Wir alle wissen, dass Bewegung gut für uns ist und dass Mobilität für die Unabhängigkeit im Alter von entscheidender Bedeutung ist. Tatsächlich lassen sich viele der chronisch verheerendsten Krankheiten oft durch die Wahl des Lebensstils (einschließlich richtiger Ernährung und Bewegung) verhindern.

Beispiele sind Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Diese Liste ist beileibe nicht vollständig. Wie oben schon erwähnt, spielen natürlich Genetik und Lebensumstände des Menschen eine große Rolle, wenn Erkrankungen eintreten oder vorhanden sind.

Wie unterscheidet sich medizinisches Fitnesstraining von traditionellem Training?


Fitnesstraining Langhantel

Modernes Fitnesstraining besteht nicht nur darin, schwere Gewichte zu bewegen, sondern ein ausgewogenes ganzheitlich ausgelegtes Programm zu absolvieren. Alle motorischen Grundeigenschaften werden trainiert. Muskulären Dysbalancen wird entgegengewirkt oder vorgebeugt.


Du gehst also mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio. Du möchtest schließlich gut aussehen, Dich gut fühlen und kannst dabei so ganz nebenbei auch noch ein paar soziale Kontakte knüpfen. Die perfekte Freizeitbeschäftigung! Das ist ein guter Anfang. Wenn es aber um Deine Gesundheit geht, wenn Du einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und Krankheiten verhindern möchtest, dann ist das eventuell zu wenig. Jetzt ist die Zeit für den großen Auftritt des medizinischen Fitnesstrainings. Medizinische Fitness ist ein individuelles Modell für das Gesundheitsrisikomanagement. Damit soll die Gesundheit und Lebensqualität eines Menschen maximiert werden.

Während sich die Gesundheitsbranche zum Ziel gesetzt hat, weniger Krankheiten behandeln zu müssen und stattdessen die Förderung von Prävention und ganzheitlichem Wohlbefinden weiterzuentwickeln, reagiert die Fitnessbranche mit Initiativen und medizinisch basierten Fitnessprogrammen.

Im Gegensatz zu typischen Fitnessstudios oder Clubs sind medizinische Fitnesscenter mit Sportphysiologen, Physiotherapeuten oder Gesundheitstrainern besetzt. Mit national anerkannten, akkreditierten Zertifizierungen legen die Mitarbeiter des medizinischen Fitnesscenters besonderes Augenmerk darauf, Kunden beim Umgang mit Risikofaktoren zu unterstützen, die zu chronischen Krankheiten führen können.

Medizinische Fitnesscenter bieten häufig Kurse oder Programme an, die speziell für bestimmte chronische Erkrankungen entwickelt wurden und von Mitarbeitern unterrichtet werden, die in geeigneten Techniken geschult sind. Medizinische Fitnesscenter verwenden dabei Praktiken, die Einzelpersonen bei der Bewältigung vieler Krankheiten unterstützen.

Viele „typische“ große Ketten- und kleinere Fitnessstudios konzentrieren sich auf Programme, die in der Regel darauf basieren, was die Öffentlichkeit als „das Neue“ wahrnimmt oder was sich für sie richtig anfühlt. Typische Fitnessstudios richten sich meistens an eine jüngere Bevölkerung, die noch keine medizinischen Probleme hat.

In solchen Fitnessstudios steht möglicherweise kein geschultes Personal zur Verfügung, um denjenigen zu helfen, die versuchen, mit chronischen Krankheiten und / oder Krankheiten umzugehen. Medizinische Fitnesszentren (auch medizinisch orientierte Fitnessstudios oder medizinisch integrierte Gesundheitszentren genannt) werden jetzt als Teil des Versorgungskontinuums eines Gesundheitssystems anerkannt.

Sie werden von Ärzten, Krankenhausgruppen, Sportphysiologen oder anderen medizinischen Fachkräften (Physiotherapeuten) geleitet. Das Personal ist qualifiziert, jeden Einzelnen zu unterrichten, zu führen und zu überwachen. Ziel ist es, den richtigen Übungsplan sicher, effektiv und effizient umzusetzen, um die Lebensqualität zu verbessern und chronischen Krankheiten vorzubeugen.

Am wichtigsten ist, dass medizinische Fitnesszentren Orte sind, an denen sich Menschen mit mehreren medizinischen Risikofaktoren oder Krankheiten (wie Diabetes, Fettleibigkeit und Osteoporose) mit der Pflege und Anleitung in einer sicheren und angemessenen Umgebung wohlfühlen können.

Der Vorteil eines medizinischen Fitnesscenters gegenüber einem herkömmlichen Fitnessstudio besteht darin, dass Du neben einer persönlichen Beurteilung eine individuelle Trainingsroutine erhältst, die für Dich richtig ist. Anstatt ohne Anleitung direkt mit dem Training zu beginnen, werden Deine persönlichen Grundlinien und Bedürfnisse bewertet.

Du wirst also durch ein Fitness-, Mobilitäts- und Krankheitspräventions- und -managementprogramm gecoacht und geführt. Das Verletzungsrisiko wird minimiert und gleichzeitig alle Aspekte Deiner Gesundheit verbessert.

Gesundheitsbezogene körperliche Fitness

Denk an einen Läufer. Er kann wahrscheinlich eine lange Strecke laufen, ohne müde zu werden. Somit hat er eine gute Fitness in mindestens einem Bereich der gesundheitsbezogenen körperlichen Fitness. Aber hat er in allen Bereichen eine gute Fitness? Laufen ist eine ausgezeichnete Form der körperlichen Aktivität, aber ein Läufer zu sein garantiert nicht, in allen Bereichen der gesundheitsbezogenen körperlichen Fitness gut entwickelt zu sein. Hier fehlt also die Ausgewogenheit.

Die motorische Grundeigenschaft der Kraft ist ebenfalls ein wichtiger Eckpfeiler bei der ganzheitlichen Fitness. Es besteht ein Zusammenhang zwischen körperlicher Kraft und Gesundheit. Kraft ist mit Wohlbefinden, höherer Lebensqualität, verringertem Risiko für chronische Krankheiten und besserer Knochengesundheit verbunden.

Um gesund zu sein, solltest Du in allen Bereichen relativ fit sein. Völlig gesunde Menschen entwickeln seltener einen hypokinetischen Zustand (Bewegungsarmut), das durch mangelnde körperliche Aktivität verursacht wird. Die Folgen sind Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, Darmkrebs oder ein hoher Körperfettgehalt.

Mehr zu diesem Thema findest Du im Beitrag „Was ist ein Metabolisches Syndrom“ hier auf diesem Blog. Menschen, die körperlich fit sind, genießen auch ein besseres Wohlbefinden. Du fühlst Dich besser, siehst besser aus und hast mehr Energie. Du musst kein großartiger Athlet sein, um Dich einer guten Gesundheit und eines guten Wohlbefindens zu erfreuen und körperlich fit zu sein. Regelmäßige körperliche Aktivität kann die gesundheitsbezogene körperliche Fitness eines jeden verbessern.

Wer profitiert vom medizinischen Fitnesstraining?

Medizinisches Fitnesstraining - Smiley mit nachdenklichem Gesicht

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wer hat Interesse daran, dass wir ein medizinisches Training absolvieren? Eigentlich ist es eine Win-win-Situation für das Gesundheitssystem, die junge Generation und natürlich die trainierenden Menschen selbst.

Während jeder von einem evidenzbasierten Fitnessansatz profitieren kann, sind medizinische Fitnesszentren besonders für Menschen mit bereits bestehenden Gesundheitszuständen wie Diabetes oder Herzerkrankungen von Vorteil. Menschen, die unter diesen Krankheiten leiden, sollten unbedingt daran arbeiten, fit zu werden.

Dies sollte aber immer mit Vorsicht angegangen werden. Diäten oder zu ehrgeizige Trainingsprogramme können sich für jemanden, der mit einer dieser Erkrankungen lebt, als sehr gefährlich erweisen. Ein medizinischer Fitnesstrainer kann sicherstellen, dass diese Kunden auf sichere Weise Fitness betreiben können. Medizinische Fitnesscenter sind auch ideal für Kunden, die noch nie ein sportliches Bewegungsprogramm absolviert haben.

Denn unerfahrene Kunden laufen Gefahr, zu schnell zu viel zu tun oder unsicheren Trends zum Opfer zu fallen. Erfahrene Gesundheitstrainer können diesen Kunden helfen, ihre ersten Schritte in Richtung eines aktiven Lebensstils zu gehen.

Medizinisches Fitnesstraining und aktives Wohlbefinden

Lebensstilfaktoren wie die richtige Ernährung können zur allgemeinen Fitness beitragen. Ein wesentlicher Bestandteil von medizinischen Fitnesscentern ist die Konzentration auf Lebensstilfaktoren sowie Bewegung. In einem medizinischen Fitnesscenter erhält ein Kunde Informationen zu Änderungen des Lebensstils, die über das reine Training hinausgehen.

Ernährungsumstellungen, Methoden zum Stressabbau und Präventivmedizin sind wichtige Schwerpunkte in einem medizinischen Fitnesscenter. Die Mitarbeiter eines medizinischen Wellnesscenters beschäftigen nicht nur ihre eigenen medizinischen Fachkräfte, sondern können auch mit dem Hausarzt eines Kunden kommunizieren, um die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten.

Dies bedeutet, dass alle Beteiligten, die gleiche Sprache sprechen und das richtige Programm zur Anwendung kommen kann. Menschen mit chronischen Erkrankungen haben eine weitere Herausforderung zu meistern. Sie müssen einen Fitnessprofi finden, der über spezielle Fähigkeiten verfügt, um auf die spezifischen Bedürfnisse und Einschränkungen durch die Erkrankungen eingehen kann.

Ein Otto Normalverbraucher wird kaum wissen, wie ein solches Trainingsprogramm aufgebaut wird. Geschweige denn, wird er sich mit Themen wie Zyklisierung oder Trainingssteuerung auskennen. Das ist aber nicht weiter schlimm und auch nicht notwendig.

Denn genau dafür ist der medizinische Fitnesstrainer verantwortlich. Er hat nicht nur eine Basisqualifikation als Fitnesstrainer, sondern auch eine Zusatzqualifikation im Bereich der medizinischen Fitness. Im Folgenden wird das Berufsbild eines medizinischen Fitnesstrainers näher beschrieben.

Was ist ein medizinischer Fitnesstrainer?

Medizinische Fitnessfachkräfte sind an der Schnittstelle zwischen den Disziplinen „normales Fitnesstraining“ und „medizinisches Fitnesstraining“ aktiv. Sie verfügen über die Ausbildung und die Fähigkeit, Patienten nach überstandenen Verletzungen, Rehas oder Operationen zu helfen. Medizinische Fitnesstrainer sollen helfen, das Fitnessniveau der Trainierenden zu verbessern und die Risikofaktoren für Krankheiten zu senken.

Sie können helfen, Kraft, Ausdauer und funktionelle Bewegung während und nach der Rehabilitation bei Krankheiten, Störungen, Operationen und Beschwerden wiederzugewinnen. Sie können kompetent in einem Team arbeiten und verfügen über Kenntnisse und Fähigkeiten zum Entwerfen, Implementieren und Ändern von Übungsprogrammen. Der medizinische Fitnesstrainer versteht die verschiedenen Zusammenhänge und kann deshalb als Vermittler zwischen den einzelnen Abteilungen fungieren.

Gute medizinische Fitnesstrainer sind Spezialisten und verfügen über eine sehr breitgefächerte Ausbildung. Darauf solltest Du besonders achten. Er sollte

  • Einen Bachelor- oder Master-Abschluss in einem Fitness- oder Gesundheitsbereich und / oder eine national anerkannte Zertifizierung besitzen.

  • Fachzertifizierungen oder Weiterbildungskurse in den Bereichen „besondere medizinische Belange“ absolviert haben.

  • An Weiterbildungen teilnehmen, um über Sicherheit, Methodik und Technologie in der Fitnessbranche informiert zu bleiben.

  • Eine Berufshaftpflichtversicherung haben.

  • Über eine aktuelle Zertifizierung verfügen.

  • Eine erste Fitnessbewertung durchführen können (Fitnesscheck, Anamnese), um Informationen über Deinen Lebensstil, Deine Bewegung und Deine Gesundheit zu sammeln

  • Dir dabei zu helfen, sichere und realistische Fitnessziele festzulegen.

  • Dir gegebenenfalls ein Formular zur medizinischen, orthopädischen oder physikalischen Therapie zur Verfügung stellen und gegebenenfalls anpassen.

  • Deine Bedürfnisse, Dein Fitnessniveau und Deine Fähigkeiten bewerten, wenn sie für Dich ein progressives Fitnessprogramm entwerfen.

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