Frau mit Taschentuch in Sauna

Eine Erkältung kann man ausschwitzen“ – guter Tipp oder gefährlicher Irrglaube? Es kratzt im Hals, die Nase fängt an zu laufen, Kopf- und Gliederschmerzen stellen sich ein. Spätestens jetzt ist es nicht mehr zu verleugnen: Die Erkältung hat Dich im wahrsten Wortsinn kalt erwischt.

Gerade von November bis Februar ist die Anzahl der Erkrankten und damit auch die allgemeine Ansteckungsgefahr am höchsten. Nicht umsonst nennt man diese Phase auch die Erkältungszeit. Regelmäßiges Händewaschen kann zwar verhindern, dass die Bazillen sich ungestört vermehren. Doch was kannst Du gegen die lästige Erkältung tun, wenn Du sie Dir einmal eingefangen hast?

Erkältung auskurieren erfordert Geduld

Eine alte Weisheit besagt, dass das Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. Auf die Erkältung übertragen heißt das, es wäre sinnvoll, einfach nur Geduld zu haben. Eine Erkältung ist eine vergleichsweise harmlose Erkrankung, mit der ein normales Immunsystem innerhalb weniger Tage ganz von alleine fertig wird. Das beste, was Du tun kannst, ist Dich einfach zu schonen und Deinem Körper Zeit zur Erholung zu geben.

Ruhe, Schlaf und die Vermeidung von Stress helfen am besten. Und wenn Du mit der Schnupfennase nicht zur Arbeit erscheinst, dann werden Dir das auch Deine Kollegen danken. Statt zu den chemischen Keulen aus der Apotheke kannst Du genauso gut zu bewährten Hausmitteln greifen. Kombipräparate mit Vitamin C und Zink stärken die Immunabwehr und können den Krankheitsverlauf etwas verkürzen. Viele Menschen schwören auch auf Ingwertee und Honig.

Doch was ist, wenn Du einfach keine Zeit oder keine Geduld hast, um die Erkältung in Ruhe auszukurieren, sondern sie so schnell wie möglich loswerden musst? Meistens steht ja doch irgendein sehr wichtiger Termin an, der sich nur schwer verschieben lässt. Manchmal stimmt dies sogar. Oder Du kannst es einfach nicht aushalten, dass Du selbst nichts tun kannst.

Gerade wir Sportler zählen ja häufig zu den ganz besonders Ungeduldigen. Du bereitest Dich mit einem Trainingsplan auf einen Wettkampf vor, bist in der heißesten Trainingsphase und partout der Meinung, dass Du Dir eine mehrtägige Pause gerade jetzt absolut nicht leisten kannst? Dann haben wir eine schlechte Nachricht für Dich: Die Entscheidung wurde Dir bereits abgenommen. Denn selbst wenn Du Dich zum Training quälst, dann bist Du nicht leistungsfähig und schwächst Deinen Körper dadurch nur umso mehr. Der Trainingseffekt ist bestenfalls gleich Null. Schlimmer ist jedoch, dass Du mit Deiner Unvernunft riskierst, noch kränker zu werden. Die Krankheitserreger in Deinem Körper können Deinen Herzmuskel angreifen und Du kannst Dir eine Herzmuskelentzündung zuziehen, deren Folgen Dich Dein weiteres Leben lang belasten. Ist es das wert? Bleib also lieber zuhause, werde gesund, und passe Deinen Trainingsplan danach wieder an. Die ungeplante Regeneration hat meist sogar einen positiven Effekt auf Deine Form.

Erkältung einfach ausschwitzen?

Dein Trainer oder Deine Sportsfreunde geben Dir den tollen Tipp, die Erkältung doch „einfach“ beim Training auszuschwitzen: Kann das überhaupt funktionieren? Wie gefährlich ist es und was ist von dieser Methode zu halten? Dein Hausarzt wird Dir vermutlich davon abraten. Allerdings kann es unter bestimmten Voraussetzungen tatsächlich funktionieren. Ist die Erkältung noch nicht richtig ausgebrochen, fühlst Dich also noch nicht wirklich krank, dann versuche es. (Erkältung und Sport machen)

Ein moderates Trainingsläufchen an der frischen Luft und im mittleren Pulsbereich kann tatsächlich dazu beitragen, dass sich die drohende Erkältung wieder verzieht. Solange Du Dich dabei gut fühlst und Deinen Körper sehr gut kennst, kannst Du es versuchen. Statt eines leichten Sportprogramms kannst Du einen Saunagang bei mittlerer Temperatur einlegen. Es ergibt keinen Sinn, wenn Du bereits richtig erkrankt bist. Falls Du zur Erkältung auch noch Fieber hast, dann solltest Du auf keinen Fall Sport treiben.

Informierst Du Dich dagegen, welche Hausmittel bei einer Erkältung hilfreich sind, dann wirst Du auf eine ganz andere Art vom Ausschwitzen stoßen, nämlich auf die ohne jegliche sportliche Betätigung. Dieses Ausschwitzen ist tatsächlich eine sehr gesunde und oft auch effektive Methode, um die Krankheitsdauer zu verkürzen. Ganz besonders gut funktioniert sie, wenn Du zu Deiner Erkältung auch noch von Fieber geplagt bist, weil Deine Körper dann schon auf Hochtouren gegen Viren und Bakterien arbeitet.

Sicher weißt Du, dass es im Falle einer fiebrigen Erkrankung sehr wichtig ist, genügend zu trinken. Der Körper benötigt eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, um bei Fieber nicht zu dehydrieren. Auch die Nieren können den Körper besser entgiften, wenn ihnen ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung steht. Ein erheblicher Teil der Krankheitserreger kann so besser aus dem Blut herausgefiltert und ausgeleitet werden. Dies funktioniert nicht nur über die Nieren, sondern auch über unser größtes Organ, die Haut. Diesen Vorgang können wir durch vermehrtes Trinken aktiv unterstützen, indem wir genügend Flüssigkeit zuführen.

Zusätzlich zur benötigten (Bett-)Ruhe und (Sofa-)Entspannung kannst Du Deine Selbstheilungskräfte also auch noch durch Flüssigkeitszufuhr aktivieren. Die idealen Getränke für Deine Schwitzkur sind verschiedene warme Tees auf Kräuterbasis. Pfefferminztee aus frischer Minze mit einem Schuss Zitrone hilft zugleich sehr gut gegen Kopfschmerzen, und die ätherischen Öle aus der Pfefferminze lassen Dich wieder freier durchatmen. Ingwertee aus der frischen Wurzel hat eine wärmende und zugleich antibakterielle Wirkung. Auch Salbeitee ist ein weit verbreitetes Hausmittel zur Bekämpfung von Erkältungskrankheiten und Husten. Schwarzer und Grüner Tee sind aufgrund ihrer aktivierenden Wirkung weniger ideal, in kleineren Mengen aber vertretbar.

Diese Art des herbeigeführten Schwitzens „von innen“ ist für den Körper sehr gesund und erholsam. Sie belastet durch ihre eher sanfte und natürliche Art Deinen Organismus und Dein Herz-Kreislaufsystem nicht, führt aber dafür zu einem besseren und erholsameren Schlaf. Wichtig ist dabei, dass Du Deine Kleidung und Bettwäsche regelmäßig wechseln kannst, damit Du Dich nicht unnötig unwohl fühlst. Solltest Du während der Krankheit keinen Appetit verspüren, so ist es völlig unproblematisch, einmal einen oder zwei Tage nur sehr wenig zu essen, solange Du Deinem Körper genügend Flüssigkeit zuführst. Verlasse Dich ein wenig auf Deinen Instinkt, Dein Körpergefühl und den gesunden Menschenverstand, dann wird es Dir sicherlich bald wieder besser gehen. Wir wünschen allen Schnupfennasen eine gute Besserung!

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