Illustration eines menschlichen Skelettes

Einfach erklärt: Was ist ein Bandscheibenvorfall? „Ich habe es im Kreuz“ oder „Ich habe es mit den Bandscheiben“ – Sätze, die Du aus Deinem Bekannten- und Freundeskreis oder aus Deiner Familie sicher kennst. Es scheint so, als ob die diversen Rückenleiden schon längst zu einer Volkskrankheit geworden wären. Doch was hat es mit diesen gefürchteten Bandscheibenvorfällen eigentlich auf sich? Wie entstehen sie und können sie geheilt werden? Was kannst Du präventiv tun, um aufrecht und schmerzfrei durchs Leben zu gehen?

Die Bandscheiben – eine kleine Anatomie des Rückens

In der menschlichen Wirbelsäule gibt es insgesamt 23 Bandscheiben. Sie liegen zwischen den Wirbelkörpern und fungieren vor allem als Stoßdämpfer oder Puffer. Zusätzlich ermöglichen sie durch ihre Flexibilität die Beweglichkeit einer gesunden Wirbelsäule.

Verspürst du öfters ein Zwicken im Rücken, etwa nach dem Aufstehen oder nach dem Sport, so handelt es sich in den wenigsten Fällen tatsächlich gleich um einen Bandscheibenvorfall. Solch eine schwerwiegende Beeinträchtigung unseres Stützapparats entsteht auch nicht von heute auf morgen.

Eine entscheidende Rolle bei der Pufferfunktion spielt der sogenannte Gallertkern. Er besteht zu etwa 85 % aus Wasser. Bei übermäßiger Belastung verlieren die Bandscheiben Flüssigkeit und werden dünner und dünner. Nach langjähriger Vorschädigung kann der Gallertkern schlussendlich durch den begrenzenden Faserring zwischen den Wirbeln hervortreten. Drückt er dann auf einen oder mehrere Nerven, wird es schmerzhaft und eine langwierige Behandlung steht ins Haus.

Im schlimmsten Fall gelangen Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal. Hier ist das Rückenmark – unser Zweithirn – eingelagert. Ein solcher Bandscheibenvorfall hat schwere gesundheitliche Folgen, an die wir hier gar nicht denken wollen. Viel lieber beschäftigen wir uns mit den gesundheitsfördernden Maßnahmen, damit es niemals so weit kommt.

Zusammengefasst kann man also in einem Satz sagen: Bei einem Bandscheibenvorfall wird das Gewebe der Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern nach außen gedrückt, wobei im schlimmsten Fall Schädigungen von Nerven und Rückenmark auftreten können.

Anzeichen und Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Es gibt eine lange Liste an möglichen Ursachen für eine Schädigung der Bandscheiben. Hier gibt es für Dich eine repräsentative Auswahl:

  • Fehlhaltungen durch falsches Sitzen und einseitige Belastungen
  • psychische Belastung und Stress
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • hohes Alter und Vorschädigungen
  • chronische Verspannungen

Bandscheibenvorfälle treten hauptsächlich im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Ein Zehntel der Vorfälle passiert an der Halswirbelsäule. Bei welchen Beschwerden und Anzeichen solltest du aufmerksam werden und rasch einen Arzt aufsuchen?

  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • eingeschlafene Glieder
  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • schwächelnde Muskeln
  • Lähmungen

Besonders schwere Bandscheibenvorfälle müssen operativ behandelt werden. Bei einer konservativen Therapie setzt man auf physiotherapeutische Übungen und auf schmerzstillende Medikamente. Ansätze der alternativen Medizin sind einerseits mit kritischem Auge und andererseits mit ärztlicher Begleitung zu betrachten, allerdings findest du hier spannende und anregende Lösungen, die für manche Menschen genau das Richtige sind.

Was kann ich tun, um meinen Rücken gesund zu halten?

Damit es gar nicht erst zu einem Bandscheibenvorfall kommen kann, genügt eine kleine Anpassung deines Lebensstils, eine neue Einstellung zur Gesundheit Deines Körpers und eine Bereitschaft für ein positives Körpergefühl.

Versuch’s mal mit Gemütlichkeit! Entspannungsphasen im Alltag sind immens wichtig. Gönne dir zwischen der Arbeit ausreichend Verschnaufpausen und Bewegung. Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause senkt Deinen Muskeltonus und macht Dich nebenbei auch geistig wieder frisch. Schnapp Dir an den lauen Sommerabenden einen Liegestuhl und genieße das Zwitschern der Vögel oder pack die Badehose und die Picknickdecke ein. Es muss nicht immer der Urlaub am Mittelmeer sein, der Stadtpark oder der Badesee tun es auch. Schenke Deinem Leben und besonders diesen Ruhephasen ausreichend Achtsamkeit! Lebe dein Leben bewusst und schenke den schönen Dingen Deine volle Aufmerksamkeit!

Yoga ist in aller Munde. Dabei ist Yoga keinesfalls nur ein gehypter Freizeittrend, sondern ein Energie- und Gesundheitsquelle für Körper und Seele. Yoga hilft Dir, die natürliche und angeborene Ausrichtung Deines Körpers zu verstehen und richtig anzuwenden. Du kräftigst und dehnst Deine wichtigsten Muskeln. Wenn Du regelmäßig Yoga machst, wirst Du bald viel aufrechter und bewusster durchs Leben gehen. Lass Dich darauf ein, dann hat ein Bandscheibenvorfall keine Chance!

Treibe Sport! Ausreichend Bewegung ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass du niemals einen Bandscheibenvorfall erleiden wirst. Besonders rückenschonend ist der Schwimmsport. Alle Rückenexperten empfehlen insbesondere das Rückenschwimmen. Bist du jedoch ein leidenschaftlicher Brustschwimmer, dann achte darauf, dass Kopf und Rücken möglichst auf einer Linie bleiben. Besonders empfohlen wird außerdem Nordic Walking, Laufen auf weichem Untergrund, Wandern, Radfahren und Kraftsport zur Rückenschulung. Sport sollte möglichst regelmäßig am Tagesplan stehen. Wichtig vor jeder Bewegung ist ein ausreichendes Aufwärmen. Natürlich können manche Sportarten wie etwa Tennis oder Reiten deine Gelenke und Deinen Rücken belasten. Es gilt trotzdem immer der Grundsatz: Was sich gut anfühlt, tut auch Deinem Körper und somit Deinen Bandscheiben gut. 

Achte auf Deine Körperhaltung! Stundenlanges Sitzen vor dem Computer ist Gift für Deinen Rücken. Bitte Deinen Chef um die Anschaffung eines Stehpults und eines ergonomisch ideal geformten Bürostuhls. Er erspart sich langwierige Krankenstände und Mitarbeiterausfälle. Spare niemals bei der Ausstattung Deines Bettes. Beinahe die Hälfte unseres Lebens verbringen wir in unserem kuscheligen Daunengebirge. Hochwertige Matratzen und Polster sind kein Luxus, sondern die Basisausstattung für jeden gesundheitsbewussten Menschen. Lass Dich bei einem Fachhändler und Deinem Arzt beraten.

Pilates und Rückengymnastik werden in vielen Sportvereinen angeboten. Das ist kein Sportprogramm für Senioren, wie so manches Vorurteil vermuten ließe. Das regelmäßige Dehnen und Fördern der Geschmeidigkeit Deiner Muskeln solltest Du nicht erst dann ins Auge fassen, wenn die Diagnose Bandscheibenvorfall bereits vorliegt.

Achte auf Deine Ernährung! Übergewicht bedeutet Belastung für Wirbelsäule und Bandscheiben. Iss viel Gemüse, „gute“ Fette, Obst und hochwertige Kohlenhydrate. Ein andauernd übersäuerter Körper neigt zu Entzündungen und Gelenkproblemen. Nimm genügend Kalzium und Vitamin D zu Dir. So stärkst Du Deine Knochen. Vitamin C fördert gesunde Bindegewebsstrukturen. Vitamin B und Vitamin E sind das Kraftfutter Deiner Bandscheiben. Ernähre Dich abwechslungsreich und koche mit frischen Zutaten, dann werden Dir langfristig keine Nährstoffe fehlen. Übrigens: Der Zusammenhang zwischen einem Bandscheibenvorfall und ungesunder Ernährung ist wissenschaftlich evident. 

Trinke ausreichend Wasser! Zumindest zwei Liter Flüssigkeit – damit ist nicht Alkohol gemeint – sollten es täglich schon sein. So bleibt die Elastizität Deiner Bandscheiben erhalten. Vermeide alles, was Deinem Körper Flüssigkeit entzieht. Das gilt zum Beispiel für Kaffee und Zigaretten. Zur Erinnerung: Deine Bandscheiben bestehen zu etwa 85 % aus Flüssigkeit. Achte darauf, dass das auch so bleibt!

Fazit

Du siehst, um einen Bandscheibenvorfall zu vermeiden, bedarf es eines ganzheitlichen Vorgehens. Nicht eine einzelne Maßnahme wird Dich vor gravierenden Rückenproblemen bewahren. Viel eher ist es eine gesamtheitliche Lebenseinstellung, die der Gesundheit Deines Körpers ganz selbstverständlich absolute Priorität einräumt. Betrachte Deinen gesunden Lebensstil als etwas, das Dich lustvoll und voll positiver Energie zufriedener macht und Dein Wohlbefinden körperlich und seelisch verbessert. Wie heißt es so schön: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!

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