Laptop mit Text auf dem Bildschirm

Gute Vorsätze: Bist Du an Deinen Neujahrsvorsätzen schon gescheitert? Lass uns gleich Klartext sprechen: Hast Du gerade spontan mit „Ja!“ geantwortet, dann befindest Du Dich in bester Gesellschaft.

Denn die meisten Menschen – und da nimmt sich auch der Autor nicht aus – halten ihre guten Neujahrsvorsätze maximal ein paar Tage durch. Solltest Du mit „Nein!“ geantwortet haben, dann gratulieren wir Dir herzlich und mit etwas Neid zu Deiner Charakterstärke und wünschen Dir weiterhin gutes Gelingen!

Warum häufen sich Vorsätze ausgerechnet zu Neujahr?

Traditionell ist der Jahreswechsel mit einem Neubeginn verbunden. Nicht nur im Kalender beginnt ein neues Jahr, sondern auch in der Natur kündigt sich manchmal schon Erneuerung an. Seit dem 22. Dezember werden die Tage wieder länger, und auch wenn es draußen noch kalt ist, so haben wir mehr als die Hälfte der trüben Winterzeit schon hinter uns. An den freien Urlaubstagen zwischen Weihnachten und Neujahr ziehen viele von uns ihre persönliche Jahresbilanz: Was ist gut gelaufen, wofür bin ich dankbar, und was hätte ich vielleicht sogar besser machen können?

Aber ist es nicht einigermaßen unsinnig, sein Leben ausgerechnet zum Jahresanfang ändern zu wollen? Wo man dies doch eigentlich zu jedem anderen Datum genauso gut tun könnte? Das ist richtig, doch irgendeinen Startpunkt musst Du ja schließlich wählen, sonst schiebst Du anstrengende Veränderungen und gute Vorsätze nur umso länger vor Dir her. Die meisten Menschen sind tatsächlich Meister im Erfinden von Ausreden. Zum Glück eröffnet uns diese Erkenntnis aber auch neue Möglichkeiten: nämlich ganz einfach morgen noch einmal neu anzufangen, wenn wir heute gescheitert sind. Auch das „Scheitern“ schauen wir uns aber gleich nochmal genauer an.

Warum scheitern wir und was bedeutet dieses Scheitern?

Bei den meisten Vorsätzen zum neuen Jahr handelt es sich um Veränderungen in der bisherigen Lebensweise. Ich möchte mehr Sport machen, mit dem Rauchen aufhören, netter und aufmerksamer zu meinen Mitmenschen sein, mich gesünder ernähren – kurz: mich in irgendeiner Form verbessern und negative Gewohnheiten ablegen. Doch gerade diese suboptimalen Gewohnheiten pflegen wir ja nicht gerade erst seit gestern. Meist haben sie sich über Jahre hinweg eingeschlichen. Wir rauchen nicht erst seit kurzem und sind nicht erst seit letzter Woche ein Sportmuffel. Verhaltensmuster, die wir über einen langen Zeitraum gewohnt sind und die sich eingenistet haben, können wir aber nicht innerhalb eines Tages ablegen. Der gute Vorsatz an sich ist völlig in Ordnung, aber sehr häufig scheitern wir an der Realität.

Gerade beim Sport ist dies sehr deutlich zu beobachten. Mit Feuereifer absolvieren wir in den ersten drei Tagen des Jahres drei gewaltige Trainingseinheiten, um uns am vierten Tag so schlapp zu fühlen, dass wir uns gar nicht mehr aufraffen können. Ein Pausentag ist schließlich legitim. Doch leider ist er bereits jetzt mit einem schlechten Gewissen verbunden, und umso schwerer fällt es uns, uns an Tag fünf überhaupt wieder aufzuraffen. Zieht dann gerade noch eine Regenfront durch, haben wir schon eine perfekte Ausrede gefunden, warum wir heute gar nicht ins Freie hinaus können. Schon am sechsten Tag haben wir das Gefühl, dass wir mit Pauken und Trompeten gescheitert sind, obwohl wir in Wirklichkeit in einer Woche ganze drei Trainingseinheiten absolviert haben, was für sich betrachtet ja schon ein großer Erfolg ist.

Am Beispiel der gesünderen Ernährung kann etwas ganz Ähnliches stattfinden. Schon am vierten Tag verabreden sich unsere Freunde zum Pizzaessen, und da möchten wir natürlich dabei sein. Nach drei Tagen Salat mit Möhrchen schmeckt so eine Pizza natürlich umso besser und weil es so schön ist, sparen wir auch nicht am Rotwein und gönnen wir uns gleich noch ein üppiges Dessert. Leider ist das schlechte Gewissen inklusive und schnell haben wir das Gefühl, an unseren Vorsätzen gescheitert zu sein. Doch warum ist das so?

Konkrete Ziele setzen und Rückschläge akzeptieren

In den meisten Fällen liegt das vermeintliche Scheitern daran, dass wir uns kein konkretes und tatsächlich realisierbares Ziel gesetzt haben. Wir nehmen uns vor, „mehr Sport zu machen“ oder „uns gesünder zu ernähren“. Was wir für einen konkreten Vorsatz halten, ist jedoch in Wirklichkeit ziemlich diffus und bietet sehr viel Auslegungsspielraum, sowohl positiven als auch negativen.

Viel besser funktioniert es, wenn wir uns ganz konkrete Ziele setzen. Du möchtest „mehr Sport machen“? Dann kannst Du das für Dich so formulieren: „Ich möchte zweimal pro Woche mindestens eine Stunde Sport an der frischen Luft machen.“ Oder: „Ich möchte dreimal pro Woche ins Fitness-Studio gehen.“ Wenn Du nach 2 oder 3 Wochen dann bemerkst, dass Du den Plan nicht einhalten kannst, dann kannst Du Deine Ziele entsprechend anpassen, ohne das Gefühl haben zu müssen, gleich gescheitert zu sein. Auch beim Thema der gesunden Ernährung funktioniert ein konkreter Plan. Zum Beispiel kannst Du Dir vornehmen, jeden Tag ein Stück Obst zu essen, einen Tag in der Woche auf Alkohol und/oder Süßigkeiten zu verzichten, oder bestimmte Produkte nur noch zwei- oder dreimal die Woche zu essen.

Natürlich kann auch der beste Plan nicht garantieren, dass Du Dich an ihn hältst. Vielleicht solltest Du heute zum Sport gehen, hast aber einfach keine Lust dazu. Das ist grundsätzlich weniger schlimm als Du denkst. Gönne Dir einfach den Ruhetag und gehe dafür morgen zum Sport. Erlaube Dir Deine Fehler und verzeihe sie Dir auch. Lass Dich durch sie aber nicht von Deinem ursprünglichen Plan abbringen. Nicht aufgeben, sondern weitermachen!

Einen Plan machen oder eine Liste führen

Wenn Du Dir einen konkreten Plan machst und Deine Erfolge (und Misserfolge) dokumentierst, kann Dich das zusätzlich motivieren. Gerade in den schwierigen Phasen kannst Du Dich daran erfreuen, was Du bis jetzt schon geschafft hast. Oft hilft gerade das dabei, die gute Serie jetzt nicht abreißen zu lassen, sondern weiterzumachen.

Gute Vorsätze auf anderen Gebieten

Dieses Prinzip lässt sich auf so gut wie alle guten Vorsätze anwenden: Je konkreter Du sie formulierst, desto einfacher wird es, sie umzusetzen. Ganz wichtig ist dabei jedoch, dass Du Dir einen realistischen Rahmen steckst, und Dir nicht Dinge vornimmst, die Du nicht erreichen kannst. Und auch, dass Du mit Dir selbst Geduld und Nachsicht hast.

Wenn Du Dich zum Beispiel beruflich verändern möchtest, so lasse Dich nicht entmutigen, wenn Du auf zehn mit Mühe verfasste Bewerbungen nur Absagen erhältst. Schließlich bringt es Dich nicht weiter, wenn Du mit der Ausrede „Ich habe es ja versucht“ den Kopf in den Sand steckst. Nutze stattdessen Deine aktualisierten Bewerbungsunterlagen, um viele weitere Bewerbungen abzuschicken.

Auch im zwischenmenschlichen Bereich finden sich viele guten Vorsätze. Man möchte sich vielleicht mehr um die Familie kümmern, netter zum Partner sein, mehr mit Freunden unternehmen. Bei diesen Vorsätzen ist es genauso wichtig, einen konkreten Plan zu haben. Du kannst Dir zum Beispiel vornehmen, an jedem Sonntag einen kleinen Ausflug mit Deinen Kindern zu machen oder Deine Freundin mit einem Wellness-Wochenende zu überraschen. Mit Freunden ist es noch einfacher: Lade sie einfach nach Hause oder zu einer gemeinsamen Unternehmung ein. Ruf sie an und verabrede Dich zum Essen oder zum Kinobesuch. Dein Vorsatz könnte hier lauten: „Einen Abend an jedem Wochenende mit einem Freund verbringen.“

Gute Vorsätze für jeden Tag

Auch wenn das neue Jahr schon ein paar Wochen alt ist, gute Vorsätze kannst Du jederzeit in die Tat umsetzen. Wenn Du in Deinem Leben wirklich etwas ändern willst, dann kannst Du damit jeden Tag beginnen. Hast Du das Gefühl, an Deinen Vorsätzen gescheitert zu sein, dann überprüfe, ob Du Dir vielleicht zu viel vorgenommen hast, und passe Deine Ziele an. Je konkreter Du sie formulierst, umso einfacher wird es, sie umzusetzen. Ich wünsche Dir dabei viel Spaß und gutes Gelingen!

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