Cartoonartig dargestelltes Teller und Besteckgedeck

Wer sich mit Themen wie Fitness, Gesundheit und Ernährung beschäftigt, der landet früher oder später bei den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie werden als Leitlinie zur gesunden Ernährung immer wieder genannt. Aber um was handelt es sich bei der DGE und was macht sie eigentlich genau? Hier erfährst Du das Wichtigste über sie und deren Arbeit!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. ist eine Fachgesellschaft, die das Thema Ernährung erforscht und als Institution beratend aktiv ist. Sie setzt sich also für die Förderung gesunder Ernährung ein und ist als gemeinnütziger Verein eingetragen. Das bedeutet, dass sie keine wirtschaftlichen Zwecke verfolgt, sondern sich für das gesellschaftliche Gemeinwohl und die Wissenschaft engagiert.
Die DGE hat ihren Sitz in Bonn und wurde 1953 gegründet. Sie finanziert sich zu einem Großteil durch öffentliche Mittel (etwa 70 %), erwirtschaftet aber durch Mitgliedsbeiträge und ihre verschiedenen Veranstaltungs- und Informationsangebote (Schriften, Seminare, Beratungen, u.s.w.) auch selbst einen Teil ihrer Gelder.

Wie sehen Arbeit und Ziele der DGE aus?

Wie bereits gesagt, verfolgt die DGE gemeinnützige Zwecke. Ihre Ziele sind die Förderung ernährungswissenschaftlicher Forschung und Information und die Aufklärung der Menschen darüber, wie ein gesundes Leben mit einer ausgewogenen Ernährung aussehen sollte.
Unter anderem gibt die DGE jeden Monat eine Fachzeitschrift heraus. Diese nennt sich „Ernährungs-Umschau“ und richtet sich mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem an Fachkräfte, Ernährungsberater und Experten. Eine ähnliche Publikation erfolgt monatlich auch in englischer Sprache. Die DGE Mitgliedschaft (für Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Institutionen) bietet ihren Mitgliedern neben vielen Zusatzleistungen auch diese Publikation als Online-Dokument gratis an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr einen Journalistenpreis zu vergeben. Es wurden und werden besonders die Beiträge honoriert, die sich mit dem Thema der Ernährungsaufklärung beschäftigen. Dabei sollen vor allem natürlich die Standpunkte und Regeln der DGE mit eingeflossen sein. Der preisgekrönte Beitrag erhält ein Preisgeld von 2000.- Euro.

Zudem bietet die DGE Seminare und Lehrgänge an. In der Bevölkerung ist die DGE aber insbesondere durch die Empfehlungen bekannt, die sie herausgibt. Sie gelten als Richtlinien für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Einige der Empfehlungen sind mittlerweile gut bekannt und Du hast sie vermutlich schon das ein oder andere Mal gehört.

Ein besonderes Buch erscheint regelmäßig unter dem Titel „Die Nährwerttabelle“ bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Dieses Buch kann gegen einen kleinen Kostenbeitrag erworben werden. In dem zur Zeit 144 Seiten starken Ratgeber finden sich die wichtigsten 1300 Lebensmittel mit wichtigen Informationen zu Nährwerten und Inhaltsstoffen. Verfasst wird dieses Werk aus einem Team renommierter Ernährungswissenschaftler und Oecotrophologen. Das besondere: Man findet nicht nur einzelne Lebensmittel, sondern auch ganze Gerichte, deren Nährwerte kompakt zusammengefasst sind. Die wichtigsten sind:

  • Protein
  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Fettsäuren
  • Cholesterin
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Energiedichte

Und was empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung?

Seit 1956 gibt die DGE eine Liste mit 10 einfachen Regeln und Empfehlungen heraus, an der Du Dich für eine gute Ernährung orientieren kannst. Die Regeln werden immer wieder an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Zuletzt hat die DGE sie 2017 aktualisiert. Grundsätzlich gelten sie für jede Altersgruppe (außer für Säuglinge). Die Regeln sollen übrigens nicht als festes Gesetz, sondern eher als grundsätzliche Hilfestellung oder Empfehlung verstanden werden. Wenn Du willst, kannst Du sie also ganz entspannt befolgen und darfst auch mal „sündigen“ oder etwas an Deine Bedürfnisse anpassen.

Das sind die 10 Regeln für gesunde Ernährung

  1. Lebensmittelvielfalt genießen: die Ernährung sollte abwechslungsreich und bunt sein
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“: 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst täglich
  3. Vollkorn wählen: bei Produkten wie Brot, Nudeln oder Reis ist Vollkorn die gesündere Variante
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen: täglich Milch und Milchprodukte, 1-2 wöchentlich Fisch, Fleisch nicht mehr als 300 – 600 g, Eier in Maßen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen: pflanzliche Öle bevorzugen, Vorsicht vor versteckten Fetten in verarbeiteten Lebensmitteln
  6. Zucker und Salz einsparen: möglichst wenig Zucker und Salz (davon max. 6g täglich)
  7. Am besten Wasser trinken: 1,5 Liter jeden Tag, zuckerhaltige und alkoholische Getränke meiden
  8. Schonend zubereiten: Nahrungsmittel nur so lange wie nötig und schonend garen
  9. Achtsam essen und genießen: langsam und in Ruhe essen
  10. Auf das Körpergewicht achten und in Bewegung bleiben: den Alltag aktiv gestalten und Sport treiben

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.


Der von der DGE eigens entwickelte Ernährungskreis soll dabei helfen, sich bei der Auswahl der Lebensmittel zu orientieren. Dieser Kreis gibt sieben Lebensmittelsektionen vor, aus denen ausgewählt werden soll. Dabei sollte man sich möglichst auch an die empfohlenen Verhältnisse der Lebensmittel zueinander halten. Das soll dabei helfen, die Lebensmittel so auszuwählen, dass ein guter und ausgewogener Ernährungsplan erstellt werden kann. Vielfalt und Abwechslung sind Trumpf. Bei der Ausarbeitung eines Ernährungsfahrplanes kommt es am Ende nicht nur darauf an, was am Ende des Tages kumuliert an Nähr- und Wirkstoffen aufgenommen wurde. Stattdessen ist es wichtig, die Gesamtwoche zu bilanzieren. Somit kann man auch mal die „5 gerade sein lassen“ und einen Tag sündigen. Ist die Ernährung an den Tagen danach wieder ausgewogener, kann man den schlechten Tag also wieder ausgleichen. Abgerechnet wird dann erst am Ende der Woche.

Der Ernährungskreis gibt die dringende Empfehlung, jeden Tag mindestens 1500ml zu trinken. Am besten Wasser. Neben der Flüssigkeitszufuhr sind natürlich auch Lebensmittel aus anderen Gruppen essenziell. Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Milchprodukte, Fleisch und Fette stehen also ebenfalls auf der Speisekarte. Dies kann eine Möglichkeit sein, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Aber es muss natürlich zwangsläufig nicht die einzige Variante sein.

Die grobe Aufteilung der Nährstoffe wird dort angegeben mit 30 bis 35 Prozent Fette, zehn bis 15 Prozent Eiweiß und 55 bis 60 Prozent Kohlenhydrate.

Die Position der DGE zu vegetarischer oder veganer Ernährung

Grundsätzlich empfiehlt die DGE in ihren Regeln auch tierische Lebensmittel. Sie vertritt allerdings den Standpunkt, dass eine Ernährung ohne Fleisch oder Fisch durchaus auch für die dauerhafte Ernährung geeignet ist, solange die Lebensmittel entsprechend ausgewählt werden. Als zwangsläufig gesünder bewertet sie diese Art der Ernährung aber nicht.
Eine rein pflanzliche Ernährung, ohne Milchprodukte oder Eier, sieht die DGE eher kritisch, da die ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen dabei sehr schwer ist. Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche rät sie davon ab.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gesteht aber auch ein, dass eine mehr auf Pflanzen basierende Ernährung, egal ob ganz ohne Fleisch oder mit deutlich reduzierten Fleischmengen, dazu beitragen kann, eine eventuell doch bessere Ernährungsform zu sein, als die, die man bei uns für gewöhnlich findet. Im Umkehrschluss steckt in dieser Aussage die versteckte Botschaft, dass sich die Menschen normalerweise schlecht ernähren. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eine zusätzliche Supplementierung von diversen Wirkstoffen kann bei veganer oder vegetarischer Kost durchaus angebracht sein. Das gilt z.B. für die Vitamine B12 und Vitamin D (Neue Erkenntnisse zu Vitamin D). Eine Beratung und Überwachung durch Fachkräfte (Ernährungsberater/innen oder medizinische Fachkräfte) ist hier sicherlich hilfreich.

Gibt es kritische Stimmen zur DGE und ihren Empfehlungen?

Natürlich gibt es zu jedem Thema unterschiedliche Meinungen und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung muss sich hin und wieder Kritik und Vorwürfe gefallen lassen.
Manche Forscher werfen der DGE fragwürdige und unzureichende Untersuchungen und damit mangelhafte Empfehlungen in einigen Bereichen vor. Außerdem reagiere die Organisation auf einige neue Erkenntnisse nicht schnell genug und passe die Regeln nur auf öffentlichen Druck an.
In letzter Zeit wird insbesondere die klare Empfehlung tierischer Lebensmittel (insbesondere Fisch und Fleisch) immer häufiger infrage gestellt, da sie auch im Hinblick auf Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes Kritikern fragwürdig erscheint.

DGE Fortbildung zum Ernährungsberater

Die DGE bietet ambitionierten Ernährungsexperten verschiedene Weiterbildungsmodule an. Diese Weiterbildungen sind allesamt kostenpflichtig.

  • Ernährungsberater: Dies ist ein über mehrere Blöcke stattfindender Zertifikatslehrgang, der zum Abschluss „Ernährungsberater/DGE“ führt.
  • Verpflegungsmanager: Diese Weiterbildung besteht aus insgesamt sieben Modulen, die zum Abschluss „Verpflegungsmanagerin/DGE“ führen. Im Gegensatz zum Ernährungsberater ist er vor allem Fachmann für die Gemeinschaftsverpflegung.
  • Schnittstellenkoordinator: Insgesamt 15 Module führen zum Abschluss „Schnittstellenkoordinator“. Themenschwerpunkte sind die Planung der Verpflegung in Schulen und Kitas.

Fazit: Empfehlungen sind gut, ausführliche Information ist besser!

Die DGE gibt grundsätzliche Leitlinien zu einer gesunden Ernährung raus, die Du für Dich nutzen und an denen Du Dich gut orientieren kannst. Aber darüber hinaus ist es immer sinnvoll, sich mit der eigenen Ernährung und einer gesunden und nachhaltigen Lebensweise genauer auseinanderzusetzen. Gerade wer sehr sportlich und aktiv lebt oder leben möchte, kann sehr davon profitieren, sich im Bereich Ernährung etwas auszukennen. Die Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung können dabei nützlich und hilfreich sein. Sie dürfen aber auch kritisch hinterfragt und individuell angepasst und ergänzt werden, damit Du den optimalen Ernährungsweg für Dich findest.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here