Auf dem Boden des Fitness Gyms sitzende erschöpfte Sportlerin

Sicher kennst Du das Bild vom schwitzenden Dicken beim Sport, das vor allem bei komödiantischen Filmen immer wieder gern auf Kosten aller Übergewichtigen zelebriert wird. Der gern auch noch ungeschickt und tapsig wirkende Dicke schwitzt mit hochrotem Kopf wie verrückt, weil er seine große Masse bewegen muss und natürlich auch keine gute Fitness besitzt.

Wir wollen jetzt keine Spielverderber sein und schließlich hat jeder von uns über solche Szenen schon gelacht. Aber realistisch ist diese Darstellung nicht unbedingt.

Sportler vs. Nicht-Sportler: Wer schwitzt mehr?

Tatsächlich kann man beobachten, dass dicke Menschen vor allem bei Belastung und im Sommer häufig mehr schwitzen und unter der Wärme leiden als schlanke Menschen. Nicht wahr ist allerdings, dass Sportler automatisch schlank und Nichtsportler automatisch dick sind. Es gibt sehr viele übergewichtige Menschen, die sportlich aktiv sind, über eine gute Fitness verfügen und die so manchen Schlanken konditionell locker wegstecken. Schwitzen kann also etwas mit dem Gewicht zu tun haben, muss es aber nicht zwangsweise.

Der menschliche Körper hat das Schwitzen sozusagen als seine interne Klimaanlage entwickelt. Durch die Verdunstung des abgesonderten Schweißes entsteht eine Kühlwirkung auf der Körperoberfläche, unserer Haut, die dazu führt, dass unser Körper auf einer gesunden Betriebstemperatur bleibt und nicht überhitzt. Durch das Schwitzen regulieren wir unsere Körpertemperatur. Übrigens ist dies auch ein Grund dafür, warum Du beim Sport vor allem im Sommer viel trinken sollst (Wasser beim Sport: Soviel solltest Du trinken), denn nur wer über genügend Wasserreserven verfügt, kann auch richtig schwitzen.

In vielen, wenn nicht sogar in den allermeisten Situationen empfinden wir unser Schwitzen als unangenehm, als lästig oder mitunter sogar als peinlich. Schwitzen gilt als unhygienisch und als nicht erwünscht. Einzig beim Sport ist Schwitzen sozusagen „legitim“ und wird – eine normale Körperhygiene vorausgesetzt – allgemein toleriert. Wer beim Sport nicht richtig schwitzt, der habe sich nicht angestrengt, so heißt es sogar oft.

Warum schwitzen wir eigentlich?

Doch warum schwitzen wir gerade beim Sport so viel und so schnell? Das ist ganz einfach erklärt: Die Bewegung und die Anstrengung lassen den Körper arbeiten, und durch die hohe aufgewendete Energie kommt es zur innerlichen Erwärmung. Diese ist häufig zuerst im Kopfbereich zu spüren, dann am Rumpf und erst am Schluss an den Gliedmaßen. Übrigens sitzen proportional gesehen die meisten Schweißdrüsen an unseren Füßen und die wenigsten im Bereich der Unterschenkel.

Wenn wir beim Sport nicht schwitzen würden, dann wäre unser Körper bald so stark überhitzt, dass unser Gesundheit gefährdet wäre. Bei der gefürchteten Dehydrierung passiert übrigens genau das: Unsere Wasserdepots sind zu gering, so dass wir nicht mehr ausreichend schwitzen können. Unsere interne Klimaanlage funktioniert bald nicht mehr. Erfahrene Sportler kennen ihren Körper und ihre Grenzen, aber auch sie wollen nicht immer auf die Warnsignale hören. Irgendwann früher oder später zieht unser Körper mit einem Kreislaufkollaps die Notbremse und hält uns so davon ab, uns noch weiter zu überhitzen.

Schwitzen Sportler am Ende sogar mehr als Nicht-Sportler?

Doch wie ist es nun – schwitzen Sportler mehr oder weniger als Nichtsportler? Ein gut trainierter Sportler ist das Schwitzen gewöhnt, seine Klimaanlage funktioniert durch häufiges Training sehr gut. Deshalb kann man häufig beobachten, dass gut trainierte Sportler schon bei geringer Belastung sehr stark zu schwitzen beginnen. Dies ist jedoch kein Alarmzeichen, sondern ganz im Gegenteil ein gutes Zeichen: Der Körper merkt sehr schnell, dass er mit der Kühlung beginnen muss. Und er funktioniert wie eine gut geölte Maschine. Sehr zum Missfallen vieler Betroffener beginnt der Kühlungsprozess aber auch zu unpassenden Gelegenheiten, zum Beispiel dann, wenn die Temperatur im Büro um ein oder zwei Grad ansteigt. Oder auch bei Nervosität, zum Beispiel bei einem Vortrag oder Vorstellungsgespräch.

Weniger gut trainierte Menschen dagegen benötigen eine längere Anlaufzeit, bis sie so richtig ins Schwitzen kommen. Für sie hat dies den Nachteil, dass sie sich sehr schnell sehr stark erhitzen, und deshalb die Belastung nicht so lange durchhalten. Bei regelmäßigem Training wird der Körper das Schwitzen jedoch ganz neu lernen. Betrachtet man also einen gut trainierten Sportler und einen weniger gut trainierten Menschen bei gleicher Belastung über denselben Zeitraum, so kann man feststellen, dass der Sportler deutlich mehr schwitzt. Das mag auf den ersten Blick erstaunlich sein, unter den oben genannten Aspekten aber gut verständlich.

Du kannst es einmal bei Dir selbst beobachten, und so Deinen Körper besser kennenlernen. Dabei wirst Du auch feststellen, dass das Schwitzen sehr stark mit dem Trinken zusammen hängt. Deiner Gesundheit zuliebe solltest Du aber bitte nicht den Fehler machen, aus Eitelkeit auf eine ausreichende Wasserzufuhr zu verzichten. Freue Dich stattdessen lieber daran, wie gut Dein gesunder Körper funktioniert und pflege ihn gut.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die vielen Infos!
    Ich hatte schon Angst, dass bei mir irgendwas nicht stimmt, weil ich so oft und viel schwitze.
    Aber wenn das einfach bedeutet, dass die Kühlung funktioniert, kann ich besser damit leben.
    Grüße, Markus

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