Mann mit kleinem Boot beobachtet große Yacht

Du befindest Dich im Fitness Studio, trainierst mit Leidenschaft und gibst alles während Deines Trainings. Aus dem Augenwinkel heraus beobachtest Du eine andere Person. Sie benutzt höhere Gewichte als Du, hat das Ergometer-Level deutlich höher eingestellt als Du und sieht darüber hinaus noch verdammt gut aus. Die Person spricht mit vielen anderen Gym-Besuchern – sie scheint beliebt zu sein. In Deinem Kopf fängt es an zu arbeiten: Du vergleichst Dich mit der anderen Person und entwickelst sogar Neidgefühle. Du kennst die Situation?

Wir vergleichen uns ständig mit Anderen

Das dargestellte Szenario dient als Synonym für viele andere Situationen, in denen wir uns gerne mal mit anderen vergleichen: Beruf (Einkommen), Vermögenswerte, besondere Fähigkeiten, Aussehen, Selbstbewusstsein etc. Wir scheinen ständig am Vergleichen zu sein. Eigentlich ein ganz natürliches Verhaltensmuster des Menschen. Wir wollen herausfinden, wo wir stehen in der Gesellschaft. Wenn das ganze Szenario aber dann negative Auswirkungen auf Deine Motivation und Dein seelisches Wohlbefinden hat, dann solltest Du unbedingt an diesem Problem arbeiten. Denn eines scheint klar zu sein: Am Ende haben Dir diese Gedanken, außer dass sie Dich heruntergezogen haben, rein gar nichts gebracht. Vielleicht findest Du in diesem Blogbeitrag den einen oder anderen Hinweis oder Tipp, der Dir dabei helfen kann, Dich nicht ständig mit anderen zu vergleichen.

Jeder hat seinen eigenen kleinen Mikrokosmos: eigene Werte, Erfahrungen, Vorlieben und natürlich auch Gene. Es ist also eigentlich gar keine gute Idee, sich mit anderen zu vergleichen. Dennoch ist uns dies irgendwie in Fleisch und Blut übergegangen. Das Fatale an der Sache ist: Irgendwo gibt es immer jemanden, der besser ist, schöner ist, oder mehr Geld hat. Und wir neigen auch dazu, uns immer mit denen zu vergleichen, die tatsächlich besser sind (Stichwort Leistungsgesellschaft, sozialer Druck, Erziehung). Da kann es ganz schnell passieren, dass man neidisch wird und die Motivation komplett im Keller ist. Die Gedanken sind vergiftet und man redet möglicherweise schlecht über den Anderen.

Nicht zu verwechseln ist dies meiner Meinung nach aber mit dem Wunsch, an sich zu arbeiten und andere als Vorbild auszuwählen und diesen nachzueifern. Schlecht hingegen sind durch das ständige Vergleichen ausgelöstes Selbstmitleid, Neidgefühle, Minderwertigkeitsgefühle und sonstige negative Gedanken.

Warum aber tun wir das?

Für Kinder scheint der Vergleich mit anderen ein wichtiger Prozess bei der Reifung und Entwicklung zu sein. Es wurde uns also in die Wiege gelegt.
Zudem laufen solche Vergleiche, so wie viele andere Verhaltensmuster des Menschen unterbewusst ab.

Dabei fallen uns dann bei der anderen Person vor allem die Dinge auf, die bei einem selbst nicht gut entwickelt sind. Man fängt an, sich kritisch zu betrachten und hat Selbstzweifel. Die dann wahrscheinlich häufigste Reaktion von uns ist Neid. Denn dies ist die Reaktion, die wir sofort und ohne Umwege ausdrücken können (und das mit einer geradezu unglaublichen Perfektion). Leider fühlen wir uns nach solchen spontanen Reaktionen aber eher schlecht.

Diese Verhaltensmuster haben wir über die Jahre hinweg so perfektioniert, dass es schwer ist, sich von diesen Angewohnheiten zu lösen. Wenn Du das nächste Mal in einer solchen Situation bist und Du vergleichst Dich mit anderen, dann versuche es doch einmal mit folgendem Mini-Algorithmus:

  • Verändert sich etwas durch Deine Denkweise? Änderst Du dadurch akut etwas?
  • Bist Du durch diesen Vergleich motivierter, um an Deinen Zielen und Wünschen zu arbeiten?
  • Fühlst Du Dich durch den direkten Vergleich besser, bringt es etwas Positives in Dein Leben?

Eines scheint spätestens dann klar zu sein: Du wirst durch Deine Vergleiche und Deinen daraus resultierenden Reaktionen rein gar nichts verändern können. Deine Situation bleibt dieselbe. Fakt ist hingegen, dass Du ein Unikat bist. Du kannst Dich also gar nicht mit anderen vergleichen. Stehe zu Deiner Einzigartigkeit und kreiere Deine eigene Marke.

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Wenn Du Dich schon mit anderen vergleichst, dann bedenke folgendes: Vergleiche nicht nur einen Aspekt. Sieh das Gesamtbild. Vielleicht hat Dein Gegenüber eine Menge dafür getan, um den heutigen Zustand erreicht zu haben. Er hat also den Preis dafür bezahlt, vielleicht auch über viele Jahre hinweg. Vielleicht hat er aber ansonsten weniger Glück in seinem Leben. Vielleicht hat er eine nicht gut funktionierende Partnerschaft oder hat in letzter Zeit Schicksalsschläge hinnehmen müssen, wie den Verlust eines geliebten Menschen. Oder aber er hat vielleicht Geldsorgen, oder eine Krankheit etc.

Nutze den Vergleich für die eigene Motivation

Wenn Du Dich dann doch mit dem/der anderen vergleichen möchtest, dann nutze dies zu Deinem Vorteil.

  • Will ich diese Fähigkeit, Besitz, Skills, Aussehen auch haben?
  • Was muss ich tun, um dies zu erreichen?
  • Bin ich bereit, dies zu tun? Bedenke: Es erfordert Zeit, Mühe und Disziplin
  • Kann ich dieses Ziel erreichen? Ist es realistisch und mit meinen Genen und persönlichem Einsatz zu erreichen?
  • Versuche nicht alles auf einmal. Plane in kleinen Schritten.
  • Kombiniere verschiedene Fähigkeiten und mache Dich zu einem Unikat
  • Vermeide Neid und eigene Besessenheit auf Kosten anderer
  • Feier auch die kleinen Erfolge
  • Genieße das Leben

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