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Was ist intrinsische und extrinsische Motivation?

Es gibt verschiedene Formen der Motivation, welche dazu führen, dass Du diverse Handlungen vollziehst. In den meisten Fällen machst Du Dir darüber keine Gedanken, bis Du einmal eine Durststrecke der Motivationslosigkeit erlebst. Wie kannst Du Deine Motivation zurückgewinnen und welche Formen gibt es? In der Regel wird zwischen der extrinsischen sowie intrinsischen Motivation unterschieden. Lass Dich dabei von den eher komplizierten Begriffen nicht verwirren, denn sowohl die intrinsische als auch extrinsische Motivation sind leicht erklärt. Wir zeigen Dir, wo die Unterschiede liegen und wie Du jene nutzen kannst, um Deine eigene Motivation zu steigern.

Die extrinsische Motivation – Was ist das?

Als Erstes beschäftigen wir uns mit der extrinsischen Motivation, denn mit ihr hast Du jeden Tag zu tun. Es handelt sich dabei um die Motivation von außen. Du wirst also von außen her angeregt, etwas zu tun. Am einfachsten erklären wir Dir das anhand eines Beispiels: Du gehst zur Arbeit, damit Du Geld verdienen kannst. Ein anderes Beispiel: Du packst Deinen Koffer, damit Du in den Urlaub fahren kannst. Das bedeutet, Du tust etwas, weil Du irgendetwas erreichen möchtest.

Beim Beispiel eins wäre es Geld verdienen und bei Beispiel zwei in den Urlaub fahren. Die vorherigen Handlungen oder das Verhalten, also zur Arbeit gehen oder den Koffer packen, sind der Schlüssel, um das spätere Ziel zu erreichen. Der motivierende Faktor ist dabei Punkt zwei, also: Du möchtest Geld verdienen, darum gehst Du arbeiten. Du bist motiviert zur Arbeit zu gehen, weil Du Geld verdienen möchtest. Hier noch einige Beispiele, damit Du die extrinsische Motivation verstehst.

  1. Ich lerne für die Prüfung (Verhalten), damit ich am Ende einen guten Abschluss mache (Motivation).
  2. Ich mache Überstunden (Verhalten), um die gewünschte Beförderung zu erhalten (Motivation).
  3. Ich gehe jeden Morgen joggen (Verhalten), damit ich gesund und fit bleibe (Motivation).

In den meisten Fällen handelt es sich um Dinge, welche Dir nicht unbedingt Spaß machen, wie morgens zu joggen, Überstunden zu machen oder für eine Prüfung zu lernen. Jedoch ist der Grund dafür der extrinsische (äußere) Motivator. Also den Abschluss machen, eine Beförderung erhalten oder auch gesund bleiben. Genau diese Motivatoren hat jeder Mensch, denn nicht immer tun wir Dinge gerne, doch wir tun sie aus einem bestimmten Grund. Dieser Grund motiviert Dich, Dein Vorhaben umzusetzen.

Quellen der extrinsischen Motivation

Auf den ersten Blick erscheinen die Motivatoren alle gleich. Sicherlich sind es unterschiedliche Ziele, doch immer Motivatoren, welche Dich etwas tun lassen, was am Ende dazu führt, dass Du das erhältst, was Du Dir gewünscht hast. Jedoch gibt es einige Quellen der extrinsischen Motivation, die wir Dir vorstellen möchten.

Intrinsische und extrinsische Motivation: Motivierte dynamische Person

Vor allem im Job werden wir häufig durch externe Einflüsse getrieben. Beispiel: „Wenn ich diese Aufgabe nicht meistere, ist der Chef unzufrieden. Ich werde also alles dransetzen, um die an mich gestellte Aufgabe mit Bravour zu meistern.“

Instrumentelle Motivation

Hinter der instrumentellen Motivation steht der Grundgedanke der Macht. Du tust also irgendwas, weil Du Dir dadurch eine Belohnung oder einen Vorteil erhoffst. Wieder ein Beispiel: Du arbeitest länger, um eine Beförderung zu erhalten oder Du übst jeden Tag Klavierspielen, damit Du schon bald ins Orchester aufgenommen wirst. Deine Wünsche sind also Kontrolle, Einfluss und Dominanz über die Situation zu haben.

Externes Selbstverständnis

Die zweite Quelle ist das externe Selbstverständnis. Dabei handelt es sich um die soziale Rolle, welche Du in der Gesellschaft einnimmst und wie Du von anderen wahrgenommen wirst. Beispielsweise wird von einem Projektleiter erwartet, dass jener das Team motiviert und die Arbeit nach vorne bringt. Insofern fühlst Du Dich motiviert ein guter Projektleiter zu sein, damit Du Dich in Deine soziale Rolle einfügen kannst. Das Grundmotiv des externen Selbstverständnisses ist also die Zugehörigkeit. Du wünschst Dir Sicherheit, Zuwendung, Geborgenheit und Freundschaft. Zugleich befürchtest Du Unbeliebtheit, Zurückweisung, Isolation sowie Ausgeschlossenheit. Das bedeutet, Du tust etwas, um dazuzugehören.

Internalisierung von Zielen

Einer der häufigsten Quelle der extrinsischen Motivation ist die Internalisierung von externen Zielen. Es handelt sich dabei nicht um Ziele, welche Du Dir selbst gesetzt hast, sondern um Ziele aus externen Quellen. Auch hier hilft ein Beispiel weiter: Ein Verkäufer fühlt sich verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens. Insofern arbeitet der Verkäufer hart, damit das Unternehmen Erfolg hat.

Ein Personalleiter möchte hingegen den besten Kandidaten einstellen, damit die Leistung der Mitarbeiter verbessert wird. All das sind externe Ziele, welche nicht direkt von Dir ausgehen, sondern eher das große Ganze sehen. Deine Wünsche richten sich nach Erfolg, Fortschritt, Abwechslung und Kreativität. Gleichzeitig fürchtest Du Dich vor Unfähigkeit, Schwäche, Nutzlosigkeit oder auch einfach Dummheit.

Die intrinsische Motivation – Was ist das?

Jetzt beschäftigen wir uns näher mit der intrinsischen Motivation, denn schnell kämmst Du beides über einen Kamm. Jedoch ist die intrinsische Motivation ein wenig anders. Der wesentliche Unterschied ist, dass sie aus dem Inneren herauskommt. Du tust nicht etwas, weil Du es musst, wie arbeiten gehen, um Geld zu verdienen, sondern weil Du es willst. Oftmals sind die Ziele Freude oder Spaß. Ein gutes Beispiel: Du setzt Dich vor den Fernseher und schaust Deine Lieblingsserie an, weil es Dir Freude bereitet. Es ist also eigentlich Freude und kein direktes Ziel.

Würde es sich um die extrinsische Motivation handeln, dann könnte das Beispiel folgendermaßen aussehen: Du setzt Dich vor den Fernseher und schaust eine Kochsendung an, um Deiner Familie anschließend etwas Leckeres zu kochen. Du tust etwas, um etwas anderes zu erreichen. Bei der intrinsischen Motivation tust Du es einfach aus Lust und Laune heraus.

Jedoch kann dies auch von eigenen Werten beeinflusst werden, Werte wie Umweltschutz, Freundschaft, Liebe, Verantwortung oder Freundlichkeit. „Ich stelle den Fernseher leiser, weil ich meine Nachbarn nicht stören möchte“ – eine Handlung, welche allein daraus entstanden ist, dass Du einen Wert durchsetzen willst, in diesem Fall Rücksichtnahme für Deine Nachbarn. Auch hierzu nennen wir Dir einige Beispiele.

1. Ich esse die Eiscreme (Verhalten), weil sie so lecker schmeckt (kein Ziel, sondern Freude).
2. Ich lese ein gutes Buch (Verhalten), weil ich es so spannend finde (kein Ziel, sondern Spaß).
3. Ich bringe alte Pfandflaschen zurück (Verhalten), weil mir die Umwelt wichtig ist (Wert).

Die Vorteile der intrinsischen Motivation

Grundsätzlich kann die intrinsische Motivation als die stärkere Antriebskraft bezeichnet werden. Überraschend ist das nicht, denn kommt die Motivation von innen heraus, gehst Du deutlich engagierter und leistungsfähiger an die Sache heran. So lernst Du also auch viel besser, wenn Du Dich selbst dazu motiviert hast, als wenn Du dazu „gezwungen“ wurdest. Zum Beispiel möchtest Du kochen lernen, weil es Dir Spaß macht. Wenn Du aber kochen lernen musst, damit Du Deine Familie versorgen kannst, dann lernst Du deutlich langsamer. Von daher ist es in der Schule, bei der Ausbildung, im Studium oder auch der späteren Arbeit deutlich vorteilhafter, wenn Du Dich aus dem Inneren heraus motivieren kannst.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die intrinsische Motivation als der Quell für Kreativität sowie flexibles Denken steht. Nur, wenn Du richtig Interesse und Spaß an einem Thema hast, setzt Du Dich auch kreativ damit auseinander. Dazu ein Beispiel: Du kochst gerne, weil es Dir Freude macht. Das führt dazu, dass Du verschiedene Rezepte ausprobierst, Dich mit diversen Lebensmitteln und Gewürzen auseinandersetzt und auch vermehrt Videos zu Kochtipps schaust.

Du verbringst einfach deutlich mehr Zeit mit dem Thema, als wenn Du extrinsisch motiviert werden würdest. Wäre das nämlich der Fall, tust Du in der Regel nur das, was von Dir verlangt wird, beschäftigst Dich mit dem Thema aber nicht weiter. Du kochst also nur, weil Du Deine Familie versorgen willst. Du interessierst Dich nicht fürs Kochen oder was damit verbunden ist. Dementsprechend bist Du auch nicht motiviert mehr zu lernen.

Die Mischung aus beidem

Die Welt ist nicht Schwarz oder Weiß, sondern oftmals etwas dazwischen. Dasselbe gilt für die extrinsische und intrinsische Motivation, denn nur in wenigen Fällen bist Du wirklich zu 100 Prozent auf einer Seite. Oftmals handelt es sich um eine Mischung aus beidem, denn die zwei Arten der Motivation harmonieren gut miteinander. Insoweit schließt die intrinsische nicht die extrinsische Motivation aus und andersherum gilt das auch. Selbstverständlich hilft Dir auch hier ein Beispiel weiter.

Du gehst zur Arbeit, um Geld zu verdienen. Gleichzeitig triffst Du dort aber auch Deine Kollegen, mit denen Du gerne Zeit verbringst. Das Verhalten des Geldverdienens ist also extrinsisch motiviert, wohingegen der Spaß mit den Kollegen aus einer intrinsischen Motivation entstanden ist. Noch ein Beispiel, um es Dir zu verdeutlichen: Dir macht es Spaß gemeinsam mit Deinen Freunden Fußball zu spielen. Gleichzeitig nutzt Du aber auch das Fußballtraining, um in Form zu bleiben. Der Spaß mit Deinen Freunden ist eine intrinsische Motivation, wobei es das extrinsische Ziel ist, in Form zu bleiben.

Was ist nun besser?

Vom rein psychologischen Standpunkt aus gilt die intrinsische Motivation natürlich als die wertvollere Antriebskraft. Immerhin tust Du etwas ausschließlich aus dem Grund, dass es Dir Spaß oder Freude bereitet. Von daher geht sie auch deutlich leichter von der Hand, denn Du musst nicht gegen den inneren Schweinehund ankämpfen (Fitness Ziele setzen und erreichen: Überliste Deinen inneren Schweinehund). Du machst es gerne und hast damit kein Problem. Natürlich wäre es schön, könntest Du nur das tun, was Du willst, doch leider ist das Leben nicht so.

Es kommen immer wieder Situationen auf Dich zu, die Dir keine Freude bereiten, wie ein Zahnarzttermin, der Besuch bei den zankenden Schwiegereltern oder auch die Reparatur Deines Autos. All das macht nicht unbedingt Freude, dennoch ist es jetzt die große Kunst, sich dennoch dazu zu motivieren. Ansonsten werden die Aufgaben nicht erledigt. Von daher kann nicht gesagt werden, ob die extrinsische oder intrinsische Motivation besser ist, denn beide haben ihre Daseinsberechtigungen. Jedoch ist klar, dass die extrinsische Motivation deutlich schwieriger ist. Deshalb geben wir Dir nun einige Motivation Tipps an die Hand, wie Du Deine eigene Motivation steigern kannst.

Trickse Deine eigene Motivationsfähigkeit aus!


Illustration einer leuchtenden Glühbirne

Du kannst Deine eigene Motivation fördern, indem Du einige Tricks anwendest. Besonders in Hinblick auf die extrinsische Motivation kann es manchmal schwer sein, aktiv zu werden. Vor allem dann, wenn Du es gar nicht tun möchtest oder musst. Folge deshalb unseren Tipps, um Deine intrinsische sowie extrinsische Motivation zu fördern.


Tipp 1: Belohnungen

Belohnungen sind einer der besten Lösungen, wenn Du Dich zu etwas motivieren möchtest. Verbinde dabei etwas, was Dir Freude bereitet, mit der Aufgabe, auf die Du eigentlich gar keine Lust hast. Die Belohnung sollte dabei immer nach getaner Arbeit erfolgen, ganz nach dem Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Wie wäre es mit einem großen Becher Eis, nachdem Du Deine Steuererklärung gemacht hast oder einem entspannten Abend auf der Couch, nachdem Du von der Arbeit gekommen bist? Belohnungen sind eine gute Lösung, um Deine intrinsische Motivation zu fördern und diese mit den extrinsischen Elementen zu verbinden. Das heißt: Ich mache meine Steuererklärung, damit ich am Ende einen Eisbecher genießen kann. So kombinierst Du beide Seiten.

Tipp 2: Sinn

Oftmals tust Du etwas, weil Du es musst, wie arbeiten gehen. Erkennst Du aber den Sinn dahinter, fällt Dir die Motivation deutlich leichter. Du gehst also arbeiten, um Geld zu verdienen und Dir damit anschließend schöne Dinge kaufen zu können. Die eigentliche Motivation ist also nicht zwangsweise das Geld, sondern die Dinge, die Du Dir am Ende damit kaufen kannst.

Erkennst Du den Sinn auch in den kleinsten Aufgaben, fallen sie Dir deutlich leichter. Zudem kannst Du dadurch auch die extrinsische mit der intrinsischen Motivation verbinden. Du machst also etwas, weil es von Dir verlangt oder erwartet wird, doch am Ende profitierst Du davon. Gut eignet sich auch eine Pro- und Contra-Liste, wobei natürlich die Vorteile überwiegen sollten. Denke dabei um die Ecke und Du wirst erkennen, dass viele Aufgaben, die zunächst unangenehm erscheinen, doch einen tieferen Sinn haben.

Tipp 3: Pausen

Unangenehme Tätigkeiten willst Du mit Sicherheit so schnell wie möglich hinter Dich bringen. Das kann aber ein Fehler sein, denn wenn Du Dich geradezu durch die Tätigkeit quälst, passieren Fehler deutlich häufiger. Zurück zum Beispiel mit der Steuererklärung. Du willst damit fertig werden und kämpfst Dich deshalb für Stunden durch Deine Finanzen und Belege.

Mit jeder verstrichenen Minute hast Du weniger Lust, weshalb Du alles nur noch halbherzig tust. Leicht passiert es, dass Du noch mehr Zeit investieren musst, da Du irgendetwas falsch gemacht hast. Genau das verhindern Pausen. Du lädst so Deinen Akku wieder auf, sammelst neuen Antrieb und kannst die Aufgabe dann entspannt angehen. Eine ebenfalls gute Lösung ist, wenn Du die großen Aufgaben einfach in mehrere Teile spaltest. Das steigert die Motivation, da Du nicht immer unendlich viele Stunden hintereinander investieren musst.

Webstory intrinsische und extrinsische Motivation

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