Wannschild mit dem Hinweis auf Prävention
In diesem Beitrag erfährst du, warum Prävention wichtig ist und warum du Eigenverantwortung übernehmen musst, wenn du gesund blleiben möchtest

Was bedeutet eigentlich Prävention? Der Begriff Prävention ist in aller Munde, aber was ist damit eigentlich gemeint? Das hängt ganz stark vom Kontext ab. Meistens wird er im Gesundheitsbereich verwendet.

Wenn aber dein Kundenberater bei der Sparkasse den Begriff in den Mund nimmt, dann bedeutet das nichts Gutes. Banker denken bei Prävention in aller Regel an Geldwäsche, Kreditbetrug oder schlimmeres. Wenn du in einem Großbetrieb arbeitest und die Interne Revision oder die Rechtsabteilung über Prävention philosophieren, dann haben sie meist schwarze Kassen und einen übereifrigen Staatsanwalt vor Augen, der gegen den Vorstandsvorsitzenden wegen Korruption ermittelt.

Was bedeutet eigentlich Prävention?

Es gibt aber zum Glück auch vergleichsweise harmlose Gelegenheiten, in denen der Begriff fällt. Falls deine Zahnärztin oder dein Hausarzt von Prävention sprechen, solltest du die Ohren spitzen, schließlich geht es dann um dein wichtigstes Gut. Laut dem Ärzte-Magazin bezeichnet Prävention im Gesundheitswesen vorbeugende Maßnahmen, die geeignet sind, den Eintritt einer Krankheit zu verhindern oder zu verzögern. Es geht also darum, bestimmte Krankheiten oder andere gesundheitliche Störungen erst gar nicht entstehen zu lassen. Für den AOK Bundesverband ist Prävention neben der Behandlung, der Rehabilitation und der Pflege eine der vier Säulen im deutschen Gesundheitswesen. Wie wichtig Vorbeugung ist, zeigt auch ein Blick in die Sterbetafeln. Für das Jahr 2015 verfügt das Bundesamt für Statistik bereits über dezidierte Zahlen, die dich zum Nachdenken bringen werden.

Woran sterben wir eigentlich?

2015 sind in Deutschland insgesamt 925.200 Menschen gestorben. Die gute Nachricht: Knapp die die Hälfte aller verstorbenen Damen und etwa ein Viertel der Herren war zum Zeitpunkt des Todes mindestens 85 Jahre alt. Die schlechte Nachricht: So alt wirst vermutlich nicht ohne Prävention, schon gar nicht, wenn du ein Knabe bist. Die häufigste Todesursache waren im Jahr 2015 und nicht nur dann, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denen 356.616 Personen erlagen. An Krebs starben im Vergleich dazu nur 226.337 Menschen, davon 45.224 an Lungenkrebs, der damit mehr Opfer forderte, als andere Krebsarten. 18.295 Frauen starben an Brustkrebs.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden, von einigen wenigen angeborenen Defekten abgesehen, nahezu immer durch eine Kombination aus Bewegungsmangel, Fehlernährung und Übergewicht ausgelöst. Das heißt, du kannst der mit Abstand häufigsten Todesursache vorbeugen. In den nächsten Abschnitten geben wir dir ein paar Tipps, wie du das am besten anstellst.

Übergewicht bringt dich vorzeitig ins Grab

Eines vorneweg: Damen, die nachts kein Auge mehr zu bekommen, weil Kleidergröße 36 langsam zu eng wird, brauchen sich nicht angesprochen fühlen. Mediziner und Modedesigner haben nicht die gleiche Vorstellung von Übergewicht. Als gesundheitsgefährdend betrachten Wissenschaftler einen BMI über 25, ab einem BMI über 30 wird es langsam tödlich. Der Body Mass Index misst dabei das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpermasse. Eine 1,75 Meter große Person, die 75 Kilogramm wiegt, kommt auf einen BMI von 24,49 und bewegt sich damit noch im gesunden Bereich. Bevor der BMI in Mode kam, galt die Faustformel „Größe in Zentimeter minus hundert“ für die Bestimmung des Normalgewichts. Das ist auch heute noch ein guter Richtwert. Sehr viel mehr sollte es nicht sein, leider ist es das aber immer öfter. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nimmt der deutsche Mann zwischen seinem 18. und seinem 40. Lebensjahr im Durchschnitt 11 Kilo zu. Bereits ab einem Alter von 35 sind bei den Männern die Dicken in der Mehrzahl. Frauen achten deutlich stärker auf ihr Gewicht, hier sind erst in der Altersgruppe über 55 die Molligen in der Überzahl. Übergewicht ist für die Gelenke, für die Knochen und für die Wirbelsäule eine enorme Belastung, am meisten leidet aber oft das Herz.

Streicheln statt essen?

Dieser bekannte Slogan, mit dem engagierte Menschen gegen Massentierhaltung kämpfen, macht auch ernährungsphysiologisch Sinn. Zumindest dann, wenn wir uns über Kühe und Schweine unterhalten. Falls diese possierlichen Geschöpfe regelmäßig auf deinem Teller landen und auch noch der Grund für dein Übergewicht sind, könnte das Ergebnis, mit dem in naher Zukunft zu rechnen ist, auch als kosmische Gerechtigkeit verstanden werden. Du folgst den Tieren nämlich einige Jahre früher ins Grab, als das bei einem Lupinen-Steak, das mindestens 30 Prozent weniger Kalorien hat und kein Cholesterin enthält, der Fall gewesen wäre. Ab einem BMI (Body Mass Index) von 40 beträgt die Chance, deinen 70. Geburtstag zu feiern, gerade einmal 50 Prozent. Damit es erst gar nicht so weit kommt, beginnst du besser gleich mit der Prävention. Mit Schweinen und Kühen wird künftig nur mehr gekuschelt, dafür gibt es viele leckere und gesunde Dinge zu Essen, die kein weiches Fell oder große braune Kulleraugen haben!

Was gehört zu einer gesunden Ernährung?

Eine gesunde Ernährung ist pflanzen basiert. Das bedeutet nicht, dass zu zwingend zur Vegetarierin oder zum Veganer werden musst. Deine Ernährung sollte aber nicht auf Fleisch, Wurst, Eiern, Käse und Weißbrot basieren, sondern auf Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen sowie auf frischem Obst, Gemüse und Salat. Diese Form der Ernährung ist die beste Prävention gegen alle Wohlstandkrankheiten, die den modernen Mitteleuropäer dahinraffen. Wenn Du ein „Fleischzahn“ bist und dich fragst, wie Pflanzenfresser eigentlich überleben, dann wird es Zeit, deinen Horizont zu erweitern. Google einfach einmal nach veganen Rezepten und probier eines aus. Du wirst feststellen, dass es zum einen eine unglaublich große Auswahl an pflanzen-basierten Gerichten gibt und diese auch noch hervorragend schmecken. Nicht alle, aber viele davon haben deutlich weniger Kalorien, als konventionelle Gerichte. Je häufiger du dich so ernährst, desto schneller kommt deine Taille wieder zum Vorschein. Darüber hinaus enthalten rein pflanzliche Gerichte kein Cholesterin, was dir deine Kapillaren in Herz und Hirn danken werden. Probier es einfach einmal aus.

Prävention durch Sport

Eine gesunde Ernährung eliminiert aber nur einen Sargnagel, wenn du den Wohlstandkrankheiten vorbeugen willst, dann musst du dich auch regelmäßig bewegen. Dabei wird nichts Unmögliches von dir erwartet. Bereits fünf Trainingseinheiten pro Woche zu je 30 Minuten haben eine präventive Wirkung. Moderates Ausdauertraining erzielt dabei den größten Effekt. Und rede dich bitte nicht mit „keine Zeit“ heraus. Wenn du in der Großstadt lebst, dann steig abends einfach einmal ein paar Stationen früher aus der U-Bahn aus und geh die letzte halbe Stunde zu Fuß. Ein flotter Spaziergang ist eine Wohltat für das Herz, den Kreislauf und den gesamten Bewegungsapparat.

Noch wirksamer ist Treppensteigen. Es gibt kaum eine Form von körperlicher Ertüchtigung, die die Lebenserwartung signifikanter steigert. Schweizer Forscher aus Bern, einer Stadt, in der es noch viele historische Häuser ohne Aufzug gibt, haben dies in einer empirischen Studie eindrucksvoll belegt. Die Forscher verglichen die Lebenserwartung von Personen, die im Parterre leben, mit denen aus den oberen Geschossen und kamen zu dem Schluss „Wer oben wohnt lebt länger“. Wenn du einmal täglich in den achten (oder viermal in Folge in den zweiten) Stock läufst, senkt das dein Herzinfarktrisiko bereits um stattliche 22 Prozent. Und das selbst dann, wenn du weiterhin rauchst und trinkst und deine Gewohnheiten sonst nicht änderst.

Statt nach getaner Arbeit direkt nach Hause zu fahren, solltest du künftig erst einmal einen Abstecher ins Treppenhaus machen. Nur Menschen mit vorgeschädigten Kniescheiben nehmen besser weiterhin den Aufzug. Wenn dir Treppensteigen noch zu anstrengend ist, dann steig wenigstens regelmäßig aufs Fahrrad oder geh zum Schwimmen. Auch diese Sportarten sind ein wahrer Segen für dein Herz, deinen Kreislauf und die Muskulatur und eignen sich ganz hervorragend für die Prävention vieler Zivilisationskrankheiten.

 

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